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Faktencheck zum Coronavirus

Typische Falschmeldungen zum Coronavirus auf dem Prüfstand

 

Das SARS-CoV-2-Virus ist nicht gefährlicher als ein Grippevirus.

Eine stilisierte Grafik eines Virus.

FALSCH!

Das Corona-Virus ist gefährlicher, weil es ansteckender ist. Im Vergleich zum Grippevirus sind wir dem Coronavirus viel schutzloser ausgeliefert. Das liegt zum einen daran, dass die Grundimmunität in der Bevölkerung noch fehlt und zum anderen ist die Inkubationszeit länger. Laut Robert Koch-Institut (RKI) können beispielsweise ältere Menschen das Risiko, an Influenza zu erkranken, durch eine Impfung halbieren. Am 27. Dezember 2020 hat Sachsen mit der Impfung gegen das Coronavirus begonnen.

Insbesondere für ältere Menschen kann das Coronavirus lebensgefährlich sein. Aufgrund der Altersstruktur ist für Deutschland bei Covid-19 eine Infektionssterblichkeit von 1,0 Prozent oder etwas mehr anzunehmen. Dagegen wird in Deutschland bei der Influenza eine Sterberate von 0,1 bis 0,2 Prozent geschätzt.

Eine Grippe heilt in der Regel nach zwei bis drei Wochen meist ohne Folgen aus. Ein schwere Covid-19-Erkrankung kann dagegen deutlich länger andauern. Neben asymptomatischen Verläufen und Erkrankungen mit leichten Erkältungssymptomen, kann es auch zu schweren Verläufen mit Gefäßbeteiligung, Thrombosen und Organschäden kommen. Schwere Dauerschäden und tödliche Verläufe sind möglich.

Hinzu kommen Folgeschäden durch eine Covid-19-Erkrankung, die noch nicht genug erforscht sind.

Nach Schätzungen der WHO verlaufen rund 80 Prozent aller Sars-CoV-2-Infektionen mild. In Deutschland müssen rund 14 Prozent der gemeldeten Covid-19-Erkrankten in ein Krankenhaus eingewiesen werden. Ein beträchtlicher Anteil muss intensivmedizinisch behandelt werden bis hin zur Langzeitbeatmung.

Die Maske schützt gar nicht.

Eine stilisierte Grafik einer Alltagsmasek.

FALSCH!

Je nach Maskenart schützt man zu allererst die anderen. Die Alltagsmaske bremst die Atemluft und verlangsamt die Verbreitung von infektiösen Aerosolen (kleine Partikel in der Luft). Tröpfchen fliegen nicht mehr so weit, was besonders an Stellen, wo der Mindestabstand nicht eingehalten wird, wichtig ist.

Wenn man von einem Mitmenschen direkt angehustet oder angeniest wird, können Atemschutzmasken zwar einen Großteil der Tröpfchen abfangen, jedoch können sie keinen hundertprozentigen Schutz bieten. Daher sollten Sie zusätzlich auf einen Mindestabstand von 1,5 Metern achten und eine gute Händehygiene einhalten. Im Sinne der Allgemeinheit und eines guten Schutzes sollte sich jeder so verhalten, als hätte er eine Infektion.

Wer für sich selbst eine höhere Sicherheit erreichen möchte, kann auf höherwertigere Masken wie beispielsweise FFP2 Masken ohne Ventil zurückgreifen.

Junge Menschen können nicht schwer erkranken.

Ein stilisiertes Krankenhausbett.

FALSCH!

Auch jüngere Menschen können schwer an Covid-19 erkranken. Ärzte der Universität Harvard haben beispielsweise untersucht, wie es 3222 jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 34 Jahren ergangen ist, die mit einer Covid-19-Erkrankung in Kliniken in den USA behandelt werden mussten. Sie fanden heraus, dass auch bei jüngeren Menschen eine Infektion mit dem Coronavirus tödlich enden kann, insbesondere wenn diese an Übergewicht, Bluthochdruck oder Diabetes leiden.

Aber auch gesunde jüngere zum Teil sportlich aktive Menschen berichten von schweren Beeinträchtigungen. Von 12.800 Todesfällen im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 bis zum 17.11.2020 waren 56 unter 40 Jahre und 6 unter 20 Jahre.

Der PCR-Test ist nicht zuverlässig.

Eine stilisierter PCR-Test.

FALSCH!

PCR bedeutet Polymerase-Kettenreaktion (Englisch polymerase chain reaction (PCR)) und ist eine Methode, um Erbsubstanz (DNA – Desoxyribonukleinsäure – Basis der Gene) im Reagenzglas zu vervielfältigen und nachzuweisen.

Manche Viren, sogenannte RNA-Viren, speichern ihre genetische Information in RNA (Ribonukleinsäure kurz RNS; Englisch RNA für ribonucleic acid) statt in DNA. So ist es auch beim Coronavirus SARS-CoV-2.

Beim PCR-Test wird ein Abstrich aus dem Rachenrauch entnommen. Das Erbgut wird gewonnen, in DNA gewandelt und vervielfältigt sowie mit Farbstoffen markiert. Durch die Vervielfältigung sind auch geringe Mengen nachweisbar. Nachgewiesen wird damit nicht das Virus als Ganzes und auch nicht seine Anzahl, sondern nur Teilabschnitte desselben. Der Test ist damit genauer, aber benötigt auch längere Zeit als ein Schnelltest.

Der Test hat eine hohe Sicherheit, falsch positive oder falsch negative Ergebnisse kommen selten vor. Werden Bestandteile von SARS-CoV-2 gefunden, ist es der Beleg für eine Infektion und damit das Vorhandensein des Virus im Abstrich. Es ist dabei irrelevant wie viel Virus der Mensch in sich trägt. Die Menge an Viruslast sagt auch nichts darüber aus, ob der Virusträger nur Träger ist oder auch selbst erkrankt ist. Es lässt sich auch keine Aussage über die Schwere des Verlaufs ableiten. Jeder Träger ist jedoch potentieller Verbreiter des Virus, auch wenn er selbst keine Erkrankungszeichen (Symptome) aufweist.

Der PCR-Test zeigt somit, wer infiziert ist. Nicht jeder Infizierte ist infektiös, also auch Verbreiter der Viren. Dies kann nicht unterschieden werden. Nicht jeder Infizierte und Infektiöser erkrankt selbst, somit ist die Zahl der PCR-Test Positiven höher als die der Erkrankten. Da es aber keine Vorhersage über den Verlauf gibt, ist die Erfassung der infizierten Virus-Träger wichtig, um weitere Verbreitungen zu vermeiden.

Die Corona-Maßnahmen haben insgesamt keinen Sinn.

Eine stilsiiert eGrafik eines Menschen mit einem Virus.

FALSCH!

Ein großes Problem ist die Nachverfolgung von Infektionen im öffentlichen Raum. Denn aufgrund der hohen Fallzahlen kommen viele Gesundheitsämter nicht mehr mit der Kontaktverfolgung nach.

Denn je mobiler Menschen sind, um zum Sport, zu einer Feier oder in ein Restaurant zu gehen, desto mehr kommen sie untereinander in Kontakt. Die Corona-Maßnahmen zielen darauf ab, genau diese Begegnungen zu reduzieren, damit das Coronavirus nicht weiterverbreitet werden kann. Aus diesem Grund sind unter anderem Bars, Kinos und Fitnessstudios geschlossen.

Fest steht, dass Aerosole neben Tröpfchen eine entscheidende Rolle bei der Übertragung von Sars-CoV-2 spielen. Ist für abgegebene Viren kein Empfänger in der Nähe, sterben diese Viren nach einer gewissen Zeit ab und können keine weitere Infektion auslösen. Ein infizierter Mensch ist zeitlich begrenz infektiös, das heißt, er gibt nur eine gewisse Zeit die Viren weiter.

Der Aufenthalt in schlecht oder nicht belüfteten Räumen kann die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung durch Aerosole auch über eine größere Distanz als zwei Meter erhöhen. In einem Fitnessstudio beispielsweise kann durch die körperlichen Anstrengungen die Produktion von virusbelasteter Aerosolen durch das Atmen deutlich erhöht werden.

Im Frühjahr konnte durch das Herunterfahren des öffentlichen Lebens in Deutschland Kontakte stark eingeschränkt und somit die Infektionszahlen gesenkt werden. Die internationalen Corona-Maßnahmen folgen dem gleichen Prinzip.

 

So einfach schützen Sie sich gegen Falschmeldungen

Ein stilisiertes Smartphone mit einem Ausrufezeichen.

Im Internet kursieren zahlreiche Falschmeldungen zum Coronavirus. Schützen Sie sich, indem Sie selbst die Fakten checken und gefälschte WhatsApp-Sprachnachrichten, YouTube-Videos oder Facebookposts erkennen.

  • Woher kommt die Nachricht?

Haken Sie nach, woher der Absender die Nachricht erhalten hat. WhatsApp-Falschmeldungen haben häufig einen Kettenbrief-Charakter, in dem man Sie auffordert, die Nachricht zu teilen. Sind Sie auf Facebook unterwegs, prüfen Sie das Profil des Absenders. Auch die Anzahl der Follower sowie die Nennung des vollen Namens oder das Profilbild erlauben Rückschlüsse über die Vertrauenswürdigkeit.

Handelt es sich um ein YouTube-Video, prüfen Sie, welche Videos der Kanal sonst noch verbreitet. Stammt die Nachricht von einem vertrauensvollem Medium? Oft werden die Seiten großer Nachrichtenseiten gefälscht. Prüfen Sie deshalb immer auch die Internetadresse oder das Logo der Seite.

  • Was ist der Inhalt der Nachricht?

Überprüfen Sie, was das Thema der Nachricht ist und ob der Inhalt überhaupt realistisch ist. Oft hilft es, über Suchmaschinen weiter zu recherchieren und die Frage zu überprüfen, ob andere vertrauenswürdige Seiten das Thema ebenfalls aufgreifen. Stellen Sie sich auch die Frage, was die Absicht der Nachricht sein könnte? Sehen Fotos echt aus oder sind diese möglichweise bearbeitet?

Oft sind Falschnachrichten auch aus dem Kontext einer anderen Zeit gerissen oder sogar bereits widerlegt. Deshalb empfiehlt es sich, abschließend die Nachricht auf Aktualität zu prüfen.

Wenden Sie sich im Zweifelsfall an weitere Personen Ihres Vertrauens oder eine öffentliche Stelle.

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