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FAQ Fernunterricht

Fragen und Antworten zur pädagogischen Arbeit während der Schulschließungen

Neue Fragen

Die Sportvereine haben zu, die Jugendzentren sind dicht. Einfach mal eben mit den Freunden treffen geht auch nicht. Und zu Hause gibt es auch Probleme. Was kann ich tun?

Da hilft es, mit jemandem zu sprechen, der sich gut mit solchen Situationen auskennt. Die folgenden Nummern sind genau dafür da. Ruf an, wenn du oder jemand den du kennst, von Gewalt betroffen ist, wenn Du Rat oder Hilfe brauchst.

Nummer gegen Kummer: 116 111
Montag bis Samstag von 14 – 20 Uhr

Hilfetelefon Sexueller Missbrauch: 0800 22 55 530

Für alle Fragen und Hilfe bei sexuellem Kindesmissbrauch kannst Du hier anrufen und vertraulich sprechen:
Montag, Mittwoch und Freitag von 9 – 14 Uhr
Dienstag und Donnerstag von 15 – 17 Uhr
Save-me-online.de

Hier kannst Du Dich online zu allen Fragen von sexueller Gewalt beraten und dir helfen lassen:
www.nina-info.de/save-me-online.html

Infoblatt

Gibt es beim Fernunterricht verbindliche Regeln für die Lehrer?

Grundsätzlich sollen Schulen und Lehrer eigenverantwortlich agieren können. Die Lehrerinnen und Lehrer kennen sehr gut die individuelle Situation der Klasse und können am besten darauf eingehen.
 
Die Lernmaterialien sind Angebote und Hilfestellung, um die Zeit der Schulschließungen zu überbrücken. Sie bieten die Chance, Schülerinnen und Schüler verstärkt an digitale Methoden und eigenverantwortliches Lernen heranzuführen. In keinem Fall sollen sie aber Familien in der aktuellen Situation unter Druck setzen. Daher sollten die Lehrkräfte bei der Auswahl der Aufgaben und bei der Umsetzung der Lehrpläne mit Augenmaß und pädagogischem Fingerspitzengefühl vorgehen. Dabei sollten sie sich unbedingt im Lehrerkollegium abstimmen.

Was ist mit Schülerinnen und Schülern, die nicht die technischen Voraussetzungen für digitalen Unterricht zu Hause haben (Laptop, Internetanschluss)? Wie wird das gelöst?

Es ist allen bewusst, dass die Bedingungen für das Lernen zu Hause während der Schulschließungen sehr unterschiedlich sind. Das betrifft die technischen Möglichkeiten der einzelnen Schule ebenso wie das Lernumfeld. Und es betrifft die Angebote der Schulen ebenso wie die persönlichen Unterstützungsmöglichkeiten der Eltern. Deshalb darf es keine überzogenen Forderungen und keinen Leistungsdruck geben.
 
Grundsätzlich gilt, dass Lehrkräfte in dieser absoluten Ausnahmesituation bei der Auswahl und dem Umfang der Aufgaben mit Bedacht vorgehen sollten. Sie müssen wissen, dass die Bedingungen für das Lernen sehr unterschiedlich sind. Ist den Lehrern bekannt, dass die technischen Voraussetzungen nicht gegeben sind, sollten sie den Schülerinnen und Schülern die Aufgaben auf analogem Wege übermitteln.

Auf welcher Grundlage findet eine Benotung der Aufgaben statt?

Wir sollten zunächst einmal unterscheiden zwischen Bewertung und Benotung. Bewertung ohne Noten ermöglicht den Schülerinnen und Schülern, ein Feedback für ihre Leistungen zu bekommen. Diese Rückmeldungen sind wichtig. Die Bewertung sollte wertschätzend und ermutigend sein und Hinweise für das weitere Lernen enthalten. Überzogene Forderung sind unangebracht. Von einer Benotung raten wir jedoch ab. Noten sollten in der jetzigen Situation für Schülerinnen und Schüler in der Grundschule grundsätzlich nicht gegeben werden. Auch an Oberschule sollte auf eine Benotung weitgehend verzichtet werden, ebenso bei Förderschulen. An den Gymnasien ist eine Benotung mit Blick auf höhere Klassenstufen zunehmend möglich. Die Lehrkräfte sollten allerdings die Bewertung in der gegenwärtigen Situation mit Augenmaß, hoher Sensibilität und unter Berücksichtigung der individuellen Lerngegebenheiten vornehmen.

Viele Eltern berichten darüber, dass die Schülerinnen und Schüler mit Stoff überhäuft werden und das Pensum nicht zu schaffen ist. Gibt es die Möglichkeit, den Lehrplan auszudünnen?

Dieses Schuljahr ist nicht mit normalen Maßstäben zu messen. Dennoch ist es noch zu früh, über mögliche Ausdünnung von Lehrplänen zu diskutieren. Die Schulen sind erst Mal nur für vier Wochen geschlossen. Aber schon jetzt ist klar: Die Erfüllung des Lehrplanes im verbleibenden Schuljahr steht nicht im Vordergrund. Dafür wird es im nächsten Schuljahr Möglichkeiten der Aufarbeitung geben.
 
Ohnehin sind die verbindlichen Vorgaben von Lernzielen mit der Überarbeitung der Lehrpläne reduziert worden. Die Lehrpläne sind lernzielorientiert und dadurch mit Blick auf den Grad der stofflichen Vorgaben relativ schlank gehalten. Hinzu kommt, dass Lehrpläne verbindliche Inhalte im Umfang für etwa 25 Wochen vorgeben. Ein Schuljahr umfasst jedoch 37 bis 40 Wochen. Darüber hinaus haben Lehrkräfte genügend Freiräume, die Entfrachtung der Lehrpläne eigenverantwortlich vorzunehmen.
 
Die Klage, dass Schülerinnen und Schüler jedoch mit Stoff überhäuft werden, haben auch wir vernommen. Daher haben wir die Lehrkräfte gebeten, Augenmaß zu beweisen und sich vor allem mit dem Kollegium abzustimmen. Es sollten in diesen Zeiten im Lehrerkollegium abgestimmt pädagogisch sinnvolle Schwerpunkte gesetzt werden.

Die Eltern fordern, die Abschlussprüfungen zumindest zu verschieben, damit die Schüler die Möglichkeit haben, sich in der Schule vorzubereiten. Außerdem wurde vorgeschlagen, dass die Schüler die Option haben, ihr Abschlussjahr zu wiederholen. Wie beurteilt das Kultusministerium diese Forderungen?

Wir wissen, dass die derzeitige Situation auch für die Schülerinnen und Schüler, insbesondere diejenigen, die kurz vor ihrem Abschluss stehen, alles andere als leicht ist. Wir prüfen täglich die aktuelle Lage und mögliche Szenarien. Ohne jede Frage muss der Gesundheitsschutz der Schülerinnen und Schüler (genauso wie der Lehrerinnen und Lehrer) bei den Prüfungen gewährleistet sein. Sollten daran Zweifel bestehen, denken wir selbstverständlich über eine Verschiebung nach.

Häufige Fragen

Bleibt der 22. Mai 2020 zusätzlich zum 16. und 17. März ein unterrichtsfreier Tag?

Ja, der 22. Mai 2020 bleibt entsprechend der geänderten VwV Bedarf und Schuljahresablauf unterrichtsfrei.

Wie gelange ich als Schülerin oder Schüler an Lernmaterial?

Die Schule entscheidet, über welche Kommunikationswege die Schülerinnen und Schüler mit Lernmaterial versorgt werden.

Um die sächsischen Schulen in der unterrichtsfreien Zeit und bei Schulschließungen bei ihrer pädagogischen Arbeit zu unterstützen, stellt das Land eine Auswahl digitaler Werkzeuge bereit. Die beiden zentralen Anlaufstellen sind LernSax und die Dienste des Sächsischen Bildungsservers (bspw. OPAL-Schule).

Digitale Werkzeuge in der unterrichtsfreien Zeit und bei Schulschließungen

Können die zu Hause erledigten schulischen Aufgaben bewertet werden?

Ja, das ist möglich.

Dürfen Lehrkräfte jetzt eigentlich neuen Stoff vermitteln oder darf nur bereits gelernter Stoff gefestigt werden?

Das kommt darauf an und variiert nach Klassenstufe und Schulart. Bei Abiturienten gilt eher Festigung des Gelernten und Vorbereitung aufs Abi. Ähnlich verhält es sich bei Abschlussklassen z. B. in der Oberschule - wobei hier durchaus auch neuer Stoff dazu kommen kann.

Darf auch während der Schulschließung neu vermittelter Unterrichtsstoff bewertet werden?

Dazu gibt es von Seiten des SMK keine Vorgaben. Das entscheiden die Lehrkräfte.

Gibt es Vorgaben von Seiten des Ministeriums, welche Lernplattformen genutzt werden sollen?

Nein, es ist eine freie Entscheidung der Schulen.

LernSax scheint dem Ansturm nicht gewachsen zu sein? (habe selbst bei meinem Sohn und von anderen Eltern erfahren, dass die Kinder zuweilen schon jetzt zu ungewöhnlichen Zeiten sitzen, damit sie ununterbrochen arbeiten können)

Wir arbeiten daran. Die Server stemmen derzeit das rund 100-fache der bisher benötigten Leistung. Damit kam es zeitweise zur Nicht-Erreichbarkeit der Server. Nach einer kompletten Umstellung des Systems läuft LernSax wieder zuverlässiger.

Was machen eigentlich die Kinder in den Ortsteilen, in denen der Internetzugang schlecht ist oder gleich gar nicht funktioniert?

Es gibt auch analoge Möglichkeiten, um die Aufgaben an die Schülerinnen und Schüler zu bekommen, per Telefon, per Post,….aber auch per E-Mail. Auch die Dateiablage in LernSax ermöglicht die Bereitstellung größere Datenmengen bei langsamen Verbindungen. Hier sprechen sich die Schule/Lehrer individuell mit den Eltern/Schülern ab. Es wird keiner benachteiligt sein.

Noch immer möchten manche Eltern dringend die Sachen der Schülerinnen und Schüler abholen. Ist das im Sinne der Allgemeinverfügung überhaupt möglich?

Triftige Gründe gemäß Ziffer 2 der Allgemeinverfügung vom 22. März 2020, die ein Verlassen der häuslichen Unterkunft rechtfertigen würden, liegen hierbei offensichtlich nicht vor. Für die Organisation des Lernens vor der Schließung des Schulbetriebes und damit auch für die Abholung der Schülermaterialien sollten die beiden unterrichtsfreien Tage am 17. und 18. März 2020 genutzt werden.

Wie verhält es sich mit Berufspraktika?

Berufspraktika der verschiedenen berufsbildenden Schulen können aufgrund der deutlichen Zuordnung zum beruflichen Teil der Ausbildung dort als freiweilliger Praxiseinsatz der Schülerinnen und Schüler durchgeführt werden, wo der Praktikumsträger als Partner damit einverstanden ist und eine sichere Durchführung gewährleisten kann. Diese berufspraktische Tätigkeit steht damit im Einklang mit der Allgemeinverfügung des SMS vom 22.03.2020, die das Verlassen der häuslichen Unterkunft u.a. unter Verweis auf einen beruflichen Einsatz zulässt.

Praxiseinsätze in Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflege und heilpädagogischen Kindertageseinrichtungen gemäß Allgemeinverfügung des SMS vom 16.03.2020 bleiben allerdings ausgeschlossen.

Für die Berufsfachschulen für Sozialwesen,  für medizinische Dokumentationsassistenten und für Pflegehilfe gilt:

Die Schüler und Schülerinnen der Berufsfachschule für Sozialwesen und der Berufsfachschule für medizinische Dokumentationsassistenten sowie der Berufsfachschule für Pflegehilfe, bei denen der berufspraktischen Ausbildung kein Ausbildungsvertrag zugrunde liegt, können die berufspraktische Ausbildung freiwillig besuchen, sofern die Praktikumseinrichtung damit einverstanden ist und eine sichere Durchführung gewährleistet ist.

Die Regelung gemäß § 30 Absatz 4 Nummer 3 der Schulordnung Berufsfachschule (BFSO), nach der der Schüler die berufspraktische Ausbildung zu 80 Prozent absolviert haben muss, um die Ausbildung mit Erfolg abzuschließen, wird für das Schuljahr 2019/2020 ausgesetzt.

In gegebenenfalls freiwillig zu leistenden Einsätzen in mit der Schule kooperierenden Einrichtungen wird keine Benotung und Praxisbegleitung durch die Berufsfachschule der genannten Bildungsgänge vorgenommen. § 10 Absatz 4 der o. g. BFSO wird bis auf Widerruf ebenfalls ausgesetzt. Die Aussetzung von § 10 Absatz 4 endet spätestens mit Ablauf des Schuljahres 2019/2020.

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