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FAQ Kita-Praxis / Kindertagespflege

Fragen und Antworten zur praktischen Arbeit und Organisation in der Kindertagesbetreuung ab 18. Mai (eingeschränkter Regelbetrieb)

Wie können die Bring- und Abholsituationen kindgerecht gestaltet werden?

Die Gestaltung der Bring- und Abholsituation richtet sich nach den Rahmenbedingungen vor Ort und den Bedürfnissen der Kinder. Für jüngere Kinder sind andere Rituale nötig als bei Kindern im Vorschulalter. Die tägliche schriftliche Gesundheitsbestätigung der Eltern kann mit einer Pendelmappe überbracht werden, die jeweils bereits zu Hause täglich unterschrieben den pädagogischen Fachkräften bei der morgendlichen Verabschiedung der Kinder übergeben wird.

Außerdem sollen die Bring- und Abholsituationen so gestaltet werden, dass Kontakte der Eltern untereinander sowie der Eltern zu anderen Kindern möglichst reduziert werden und die Abstandsregelung eingehalten wird. Die Personensorgeberechtigten müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Der Zutritt zu den Gruppenräumen ist nur dem Personal gestattet.

Bei der Übergabe des Kindes sind Tür- und Angelgespräche auf das Notwendigste zu reduzieren. Sollte ein längerer Informationsaustausch zwischen Eltern und dem pädagogischen Fachpersonal gewünscht sein, kann dies per Telefon- oder Videokommunikation erfolgen.

Von wem erhalte ich als Kita- Leitung/Kindertagespflegeperson fachliche Unterstützung bei der Umsetzung des eingeschränkten Regelbetriebes?

Bei Bedarf sollen Träger, Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegestellen fachliche Unterstützung und Expertise in Anspruch nehmen. Diese fachliche Unterstützung sollte wie üblich über die Strukturen der Fachberatungen unter Einbeziehung der Jugendämter organisiert werden. Gegebenenfalls ist auch eine individuelle Beratung für das Kindertagesbetreuungsangebot notwendig, die gezielt auf die Bedürfnisse und Gegebenheiten vor Ort eingehen kann. Da Vor-Ort- Beratungen aktuell nicht stattfinden können, der Beratungsbedarf in den Kitas, Kindertagespflegestellen und bei den Trägern in dieser herausfordernden Zeit allerdings sehr hoch ist, sollten alle möglichen medialen Wege z.B. per Video- oder Telefonkonferenz für fachberaterische Tätigkeiten genutzt werden, um mit den Beteiligten träger- und einrichtungsbezogene Anliegen zu klären und gemeinsame Lösungsansätze zu entwickeln. Empfehlungen zur Ausgestaltung des pädagogischen Alltags vor Ort, Materialsammlungen und Best-Practise-Beispiele sollen zeitnah auf dem Kita-Bildungsserver veröffentlicht werden.

Warum unterliegt der eingeschränkte Regelbetrieb strikten Vorgaben?

Mit der Entscheidung der Sächsischen Staatsregierung, den Kindern wieder ihre Bildungserfahrungen in Schulen, Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegestellen zu ermöglichen, wurde mit dem 18. Mai 2020 von einer bisherigen Notbetreuung in einen eingeschränkten Regelbetrieb übergegangen. Oberstes Ziel bleibt die Sicherung und Gewährung von Gesundheit der pädagogischen Fachkräfte und der Kinder sowie deren Familien.

Die Wiederöffnung der Kindertagesbetreuung ist an die Voraussetzung gebunden, dass die Gesundheitsämter in der Lage bleiben, die Nachverfolgbarkeit zu sichern. Diesen muss es beim Auftreten eines Corona-Falls gelingen, Infektionsketten nachzuverfolgen. Nur so kann eine Ausweitung des Erkrankungsgeschehens verhindert werden.

Wie kann Bildung unter den gegebenen Umständen gut gelingen?

In der kommenden Zeit müssen mit Blick auf den Infektionsschutz neue, bisher ungewohnte und bisweilen unübliche Wege gegangen werden. Dennoch ist es möglich, unter den gegebenen Umständen ein Höchstmaß an qualitativ und quantitativ hochwertiger Bildung und Betreuung zu gewährleisten.

Sind die Vorgaben mit dem Sächsischen Bildungsplan vereinbar?

Kinder sind neugierig, sie haben Spaß am Entdecken der Welt und stehen spannenden neuen Erfahrungen offen gegenüber. Aufgabe für Erwachsene als Begleitpersonen in diesem Prozess ist es, die Kinder hierbei liebevoll zu begleiten, ihnen die „neue“ Welt zu erklären und Veränderungen als Chance zum Wachsen und Lernen zu sehen.

In den Einrichtungen liegt ein umfangreicher Erfahrungsschatz vor, wie Kinder auch in komplizierten Situationen aufgeschlossen werden können.

Nicht zuletzt bietet der Sächsische Bildungsplan auch im eingeschränkten Regelbetrieb einen Orientierungsrahmen, um Bildungsräume und Bildungsangebote unter Berücksichtigung der aktuellen Situation vor Ort im pädagogischen Alltag zu schaffen.

Wie ist das Landesjugendamt einzubeziehen?

Jede Schlüsselunterschreitung ist in bewährter Weise dem Landesjugendamt anzuzeigen.

Mit dem in den Handlungsempfehlungen dargelegten Satz: „Die Betriebserlaubnisbehörde wird bei kurzfristigen Unterschreitungen der Festlegungen zu personellen Mindeststandards nicht aktiv werden.“ ist in der Regel ein Zeitraum bis zum Beginn der Sommerferien umfasst.

Was ist bei der Personaleinsatzplanung und Gruppenzusammensetzung zu beachten?

In erster Linie ist der Träger in der Verantwortung, die Ausgestaltung der Kindertagesbetreuung vor Ort vorzunehmen. Diese ist von den räumlichen und personellen Rahmenbedingungen und dem Bedarf der Familien abhängig.

Es sollte weiterhin das Ziel verfolgt werden, einen möglichst weitreichenden Betreuungsumfang anbieten zu können, um gerade Familien aus systemrelevanten Berufen bedarfsgerecht zu berücksichtigen. Empfehlenswert ist es, mit den Eltern Zeiten zu vereinbaren, in denen eine Betreuung verzichtbar wäre, und den Dienstplan daraufhin anzupassen.

In der Einrichtung sollen feste Bereiche für konstante Gruppen mit einem festen Personalstamm vorgesehen werden. Offene und teiloffene Konzepte sind derzeit nicht möglich, weil dies die Gesundheitsämter bei der Verfolgung möglicher Infektionswege überfordern würde. Für bestehende Gruppen sollte geprüft werden, diese neu zu zusammenzustellen. In diesen Fällen könnten als Anhaltspunkte zur Gruppenbildung beispielsweise Geschwisterkinder (je nach Alter), bestehende Freundschaften oder auch Fahr- und Abholgemeinschaften dienen. Darüber hinaus kann die Gruppenbildung nach Bring-/Abholzeiten erfolgen, um flexibler auf Betreuungsbedarfe reagieren zu können.

In manchen Einrichtungen kann es sinnvoll sein, eine größere Gruppe mit mehreren pädagogischen Fachkräften zu bilden, um die Betreuung auch in Randzeiten in den stabilen Gruppen anzubieten und Pausenzeiten zu gewährleisten.

Die Verteilung der Zeiten für mittelbare pädagogische Tätigkeiten kann flexibel gestaltet werden, um auch hier im Bedarfsfall kurzfristig reagieren zu können.

Kann zusätzliches Personal eingesetzt werden?

Die berufspraktische Ausbildung kann bis zum Schuljahresende dort als freiwilliger Praxiseinsatz der Schülerinnen und Schüler durchgeführt werden, wo der Praktikumsträger als Partner damit einverstanden ist und eine sichere Durchführung gewährleisten kann.

Gemäß § 12 Abs 1 SächsKitaG kann die Arbeit der Fachkräfte durch weitere geeignete Mitarbeiter sowie durch Eltern unterstützt werden. Hierfür obliegt dem Träger die Verantwortung bei der Auswahl und dem Einsatz der unterstützenden Personen. Bedeutsam ist auch hier, dass eine möglichst feste Zuordnung eingehalten wird, um die Nachverfolgbarkeit zu gewährleisten.

Kann sich die Gruppenzusammensetzung ändern?

Im Falle eines Personalausfalls, etwa durch Krankheit oder Urlaub, wird es notwendig sein, Gruppen neu zusammenzustellen. Die Zusammensetzung der dann festgelegten Gruppen und des eingesetzten Personals sind täglich nachvollziehbar zu dokumentieren.

Können Räume zwischen Gruppen getauscht werden?

Nicht in jedem Fall erlauben die räumlichen Gegebenheiten eine konkrete Raumzuweisung. Sollten beispielsweise Themenzimmer oder -bereiche zur Verfügung stehen, so können diese ebenfalls kontrolliert tage- oder wochenweise in einem rotierenden Modus getauscht werden.

Wie können Verantwortliche vor Ort zur räumlichen Entspannung beitragen?

Insbesondere für den Hort besteht die Möglichkeit, Klassenräume in den Grundschulen zu nutzen. Voraussetzung hierfür ist, dass die Schulträger dem zustimmen und Kita-Leitung und Schulleitung eng zusammenarbeiten.

Wie kann die Gruppentrennung in Gemeinschaftsräumen gelingen?

Gemeinschaftsräume sind zeitlich gestaffelt zu nutzen, um ein Durchmischen der Kinder und der Betreuungspersonen zu vermeiden. Sanitärbereiche können getrennt und Gruppen zugewiesen werden, wo immer das möglich ist.

Die Essensaufnahme sollte nach Möglichkeit in den Gruppenräumen, Themenbereichen oder zeitversetzt stattfinden. So denn es das Wetter erlaubt, können die Mahl- und Ruhezeiten nach dem Mittagessen auch im Außenbereich stattfinden.

Wie kann die somatische Bildung im Kita-Alltag gestärkt werden?

Während der Corona-Pandemie sollten in den Kitas und in den Kindertagespflegestellen Angebote und Maßnahmen im Bereich der Gesundheitsbildung und -förderung im Rahmen der ganzheitlichen Bildungsarbeit mit den Kindern altersentsprechend in den Vordergrund rücken. Besonders nachhaltig können Verhaltensweisen im pädagogischen Alltag der Kitas und Kindertagespflegestellen ritualisiert und erlernt werden. Insbesondere die kindgerechte Vermittlung und das Trainieren von Hygieneregeln durch sprachliche Anleitung (Fingerspiel, Einführung von Händewaschliedern etc.) sollten im Mittelpunkt kindlicher Bildungsprozesse stehen und mit den veränderten Rahmenbedingungen einhergehen.

Was ist im Außenbereich zu beachten?

Auch im Außenbereich gilt die Trennung der Gruppen. Sollte das zur Verfügung stehende Areal nicht in kleinere Bereiche trennbar sein, ist ggf. eine zeitlich gestaffelte Nutzung möglich. Darüber hinaus könnten nahegelegene Parkanlagen eine wertvolle Ergänzung zum Kita-Außengelände sein.

Wie kann eine Gruppentrennung im Krankheitsfall oder während geplanter Urlaubszeiten der pädagogischen Fachkräfte erfolgen?

Im Falle eines unerwarteten oder geplanten Personalausfalls durch Krankheit oder Urlaub ist es möglich, die Gruppen neu zusammenzulegen. Eine „Neuzusammenstellung der Gruppe“ muss weiterhin unter der Maßgabe erfolgen, dass Infektionsketten zurückverfolgt werden können. Die Zusammensetzungen der festgelegten Gruppen und zugewiesenen pädagogischen Fachkräfte sind täglich nachvollziehbar für das Gesundheitsamt zu dokumentieren. Damit wird dem Infektionsschutz Rechnung getragen.

Wie können die Eingewöhnungsprozesse während der Corona – Pandemie gestaltet werden?

Eingewöhnungen sind auch während der Corona-Pandemie sehr sensible Prozesse. Kindertagespflegepersonen, Krippen und Kindergärten sind aktuell vor besondere Herausforderungen gestellt, Eingewöhnungen von Kindern zu planen und umzusetzen. Die Berücksichtigung der erforderlichen Hygienemaßnahmen sowie die räumlichen und personellen Rahmenbedingungen vor Ort spielen dabei eine wesentliche Rolle.

Wie sich eine Eingewöhnung vollzieht, ist von den Bedürfnissen des Kindes abhängig und muss behutsam und individuell geplant werden. Dies ist sowohl im Falle von Ersteingewöhnungen, aber auch im Falle von Wiedereingewöhnungen maßgebend.

Im eingeschränkten Regelbetrieb ab 18. Mai 2020 sind zwei grundlegende Situationen zu unterscheiden:

  • Ersteingewöhnung und Wiedereingewöhnung
  • Ersteingewöhnung

Unter einer Ersteingewöhnung versteht man, dass ein Kind neu in der Einrichtung aufgenommen wird. Für Kinder ist es eine große Herausforderung, sich an eine neue Umgebung an¬zupassen und eine neue Beziehung zu fremden Personen aufzubauen. Dabei be¬nötigen sie die Hilfe und Unterstützung ihrer Eltern. Das grundlegende Ziel der Eingewöhnung besteht darin, während der Anwesen¬heit der Bezugsperson eine tragfähige Beziehung zwischen Fachkraft und Kind aufzubauen. Diese Beziehung soll bindungsähnliche Eigenschaften haben und dem Kind Sicherheit bieten. Das Gefühl der Sicherheit durch eine gute Bezie¬hung zur Fachkraft ist die Grundlage für gelingende Bildungsprozesse in der Kita und einen gesunden Start des Kindes in seinen neuen Lebensabschnitt. Vor diesem Hintergrund ist die Notwendigkeit einer Eingewöhnung in Kindertageseinrichtungen unumstritten und sollte sich immer an den Bedürfnissen des Kindes orientieren und behutsam gestaltet werden.

Der Eingewöhnungsprozess sollte schrittweise vollzogen werden und zunächst separat mit einer pädagogischen Fachkraft, einem Elternteil und dem einzugewöhnenden Kind stattfinden. Im Anschluss sollten dann nur das Kind und die Fachkraft sukzessive länger in die Gruppe gehen. Der Kontakt zwischen Eltern und anderen Kindern sollte jedoch in jedem Fall vermieden werden. Hier gilt weiterhin die Regel, Infektionsketten zu unterbrechen.
 
Für den Ersteingewöhnungsprozess können folgende Schritte berücksichtigt werden.

  1. Personal für Eingewöhnung festlegen und im Dienstplan berücksichtigen (konstante Bezugsperson und Ansprechpartner für die Eltern)
  2. Einigung in welchem separaten Raum oder Bereich im Gebäude oder im Außengelände die Eingewöhnung stattfinden kann
  3. Erst- und Eingewöhnungsgespräche mit den Eltern sollten per Videotelefonie oder per Telefonat erfolgen.
  4. Die 1. Phase der Eingewöhnung sollte ausschließlich in ein und demselben Raum oder Bereich in der vorgesehenen Dreierkonstellation stattfinden (Bezugserzieherin, Kind, Mutter oder Vater - hier möglichst auch kein Wechsel).
  5. Nach den ersten "erfolgreichen Trennungsversuchen" von der Mutter oder dem Vater findet eine Eingewöhnung mit der Bezugserzieherin und dem zu eingewöhnenden Kind ohne Elternteil stundenweise in einer Kindergruppe statt.

Wiedereingewöhnung

Wiedereingewöhnung bedeutet, dass ein Kind bereits eingewöhnt war und nach 8 Wochen Schließzeit wieder in die Einrichtung zurückkehrt. Auch wenn hier nicht von einer Eingewöhnung im klassischen Sinn ausgegangen werden kann, ist auch in dieser Situation unbedingt zu berücksichtigen, dass die Aufnahme des Kindes aufgrund eventueller neuer Gruppenzugehörigkeiten, neuen Bezugsbetreuern und längerer Kita- Auszeit behutsam gestaltet wird. Ein achtsamer und stundenweiser Einstieg in den Kita-Alltag in Absprache mit den Eltern wird dringendst empfohlen.  Aufgrund der aktuell geregelten Hygienemaßnahmen ist eine Anwesenheit der Eltern während des stunden- und schrittweisen Wiedereingewöhnungsprozesses leider nicht möglich.

Welche Erfordernisse ergeben sich für die Kindertagespflege aus dem „Konzept zur Wiedereröffnung der Kindertagesbetreuung … im Freistaat Sachsen“?

Auch in der Kindertagespflege gelten die „Handlungsempfehlungen für die Praxis zur Umsetzung des eingeschränkten Regelbetriebs ab 18. Mai 2020 in der Kindertagesbetreuung“ sowie deren Anlagen und sind hier – zumindest sinngemäß – anzuwenden bzw. umzusetzen.

Wie sind die Vorgaben bzgl. des (Rahmen-)Hygieneplanes in der Kindertagespflege?

Gemäß § 33 Nr. 2 Infektionsschutzgesetz (IfSG) sind auch Kindertagespflegestellen, die eine Erlaubnis nach § 43 Abs. 1 SGB VIII haben, Gemeinschaftseinrichtungen. Von der Erstellung eines Hygieneplanes sind diese jedoch gemäß § 36 Abs. 1 Nr. 1 IfSG ausgenommen. Insofern können die Aussagen bzgl. der die Erstellung eines (Rahmen-)Hygieneplans oder eines auf die COVID-19-Situation angepassten (Rahmen-)Hygieneplans nur so verstanden werden, dass der Rahmenhygieneplan auch in der Kindertagespflege die Orientierung sein sollte, wenn es darum geht, ein eigenes Hygienekonzept zu erstellen. Dies muss dann jedoch zugeschnitten auf die Besonderheiten der Kindertagespflege, insbesondere, wenn diese im eigenen Haushalt stattfindet.

Was ist beim Bringen und Abholen der Kinder zu beachten?

Die Bring- und Abholsituation sollte so gestaltet werden, dass Kontakte möglichst reduziert werden (zwischen Beschäftigten und Eltern, Eltern untereinander). Hierbei können gestaffelte Zeiten helfen. In der Regel sollten die Eltern das Gebäude nicht betreten. Es werden auf dem Gelände Bring- und Abholzonen eingerichtet, in denen die Eltern ihre Kinder abgeben können. Dabei müssen von den Eltern Mund-Nasen-Bedeckungen getragen werden. Für die Übergabe kann beispielsweise sind altersentsprechend geeignete Rituale zu entwickeln. Den Eltern ist die Vorgehensweise in geeigneter Form zu vermitteln und sie sind auf die verbindliche Einhaltung der Regeln hinzuweisen.

Um den Personaleinsatz besser planen zu können, sollten die Eltern wöchentlich nach den benötigten Betreuungszeiten befragt werden. Eine Kürzung der täglichen Betreuungszeit, unabhängig vom Betreuungsvertrag, kann in Abstimmung mit den Eltern angestrebt werden, um kurzfristige Engpässe zu überwinden. Einschränkungen der Angebote insbesondere in den Randzeiten sind möglich.

Wie sind die Gruppen zu bilden?

Infektionsketten müssen jederzeit nachvollziehbar sein. Offene und teiloffene Konzepte sind auszusetzen. Es sind feste Gruppen mit festen pädagogischen Bezugspersonen (möglichst kein Personalwechsel) zu bilden. Eine Gruppe definiert sich im Sinne des Infektionsschutzes. Es kann zum Beispiel sinnvoll sein, Kinder entsprechend den Betreuungszeiten oder im Hinblick auf vorhandene Räumlichkeiten zusammen zu fassen. Dabei kann es zur Auflösung bisheriger Gruppenstrukturen kommen. Sofern möglich, ist es ratsam, Geschwisterkinder in einer Gruppe zu betreuen, damit bereits im privaten Raum bestehende Kontaktketten erhalten bleiben. Die Gruppenzusammensetzung muss jederzeit nachvollziehbar dokumentiert werden. Nur so kann einer Schließung ganzer Einrichtungen im Infektionsfall vorgebeugt werden.

Die Gruppen sind festen Räumen zu zuordnen, die auch im Einzelfall an die besondere Situation angepasst werden müssen. Hierfür können neben den üblichen Gruppenräumen auch Mehrzweckräume, wie der Turnraum genutzt werden. Der Außenbereich ist verstärkt zu nutzen. Jedoch ist hier ebenso eine Vermischung der Kindergruppen strikt zu vermeiden.

Worauf sollte bei der Raumnutzung geachtet werden?

Gemeinschaftsräume, Wasch- und Garderobenräume, der Essbereich sowie das Außengelände sind festen Gruppen zeitversetzt zu zuweisen. Der Toilettengang sollte so kurz wie nötig sein, damit bleibt gewährleistet, dass selbst wenn sich Kinder begegnen, dieser Kontakt von äußerst kurzer Dauer ist und im Sinne des Infektionsgeschehens als vernachlässigbar gelten kann. Die Essensaufnahme sollte nach Möglichkeit in den Gruppenräumen oder zeitversetzt stattfinden, so dass auch für diese Zeit gilt, dass sich die Kindergruppen nicht durchmischen.

Wie sind Spielsachen zu nutzen?

Ein wechselseitiger Gebrauch von Alltagsmaterial (z.B. Spielzeug) zwischen den Gruppen ist zu vermeiden. Vor der Aufnahme neuer Kinder oder der Bildung neuer Gruppen ist eine Reinigung zu empfehlen.

Wie sind Schlaf-/Ruhezeiten zu organisieren?

Beim Ruhen und Schlafen ist das Bettzeug personengebunden und das vollständige Bettzeug für jedes Kind getrennt aufzubewahren. Nuckel sind für jedes Kind getrennt aufzubewahren (z. B. in mit dem Erkennungsbild der Kinder gekennzeichneten Kästchen oder Dosen).

Dürfen Elterngespräche geführt werden?

Elterngespräche sollten vorrangig telefonisch oder per Videokonferenz stattfinden. Wenn im pädagogischen Alltag Kurzgespräche stattfinden, sollte von beiden Erwachsenen eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen und der Abstand von mind. 1,5 m eingehalten werden.

Sind Ausflüge möglich?

Ausflüge in der näheren Umgebung (Spielplatz., Park, Wald, …) sind möglich. Jedoch ist hierbei auf das Abstandsgebot zu Kita-fremden Personen zu achten und der ÖPNV zu vermeiden.

Wer hat Zutritt zur Kita?

Das Betreten der Kindertageseinrichtung/Kindertagespflegestelle durch Externe (z. B. Fachdienste, Lieferanten) sollte vom Träger auf seine Notwendigkeit hin überprüft und auf ein Mindestmaß reduziert werden. Die Anwesenheit Externer ist zu dokumentieren. Sämtliche Externe müssen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

Weitere Schutzmaßnahmen können individuell und nach Bedarf vereinbart und eingesetzt werden. Dies gilt insbesondere für Kinder mit heimpädagogischen Förderbedarfen.

Wie erfolgt die Eingewöhnung in die Kindertagesbetreuung?

Die Erst-Eingewöhnung und die Wieder-Eingewöhnung von Kindern, die über einen längeren Zeitraum nicht in der Kindertagesbetreuung waren, sollte behutsam vollzogen werden.

Die Eingewöhnung ist schrittweise zu vollziehen. Sie sollte zunächst separat mit einer festen Fachkraft, einem Elternteil und dem Kind in separaten Räumen erfolgen. Wenn der nächste Schritt erreicht ist, gehen im Anschluss nur das Kind und die Fachkraft länger in die Gruppe. Ein Kontakt zwischen dem Elternteil und anderen Kindern ist in jedem Fall zu vermeiden.

In der Kindertagespflege sollten das einzugewöhnende Kind und ein Elternteil allein anwesend sein.

Förderlich kann sich ein älteres Geschwisterkind auswirken, welches ebenfalls betreut wird. Zum einen kennt das jüngere Kind die Einrichtung, das Personal und andere Kinder bereits vom Bringen/Abholen des Geschwisterkindes und kann auf diese Erfahrung aufbauen. Zum anderen kann das ältere Geschwisterkind eine vertraute und begleitende Rolle beim Übergang auf die Betreuungssituation ohne Elternteil übernehmen.

Was ist für Grundschulkinder zu beachten, deren Hort nicht am Standort der Grundschule ist?

Wenn Grundschulkinder den Hort nicht am Standort der Grundschule haben, so nehmen sie ihr Hortangebot an dem regulären Standort wahr. Das bedeutet, diese Kinder sind prinzipiell zwei verschiedenen Gruppen zugeordnet: für die Unterrichtszeit gilt die Grundschulgruppe und für die nachmittägliche Betreuungszeit im Hort die Hortgruppe. Damit ist gewährleistet, dass sich die Kinder stets in ihrer stabilen Gruppe bewegen und dennoch ihr gewohntes Bildungs- und Betreuungsangebot erhalten.

Ist Fachberatung im eingeschränkten Regelbetrieb möglich?

Selbstverständlich steht die Fachberatung auch im eingeschränkten Regelbetrieb zur Verfügung. Gerade in Situationen der Neuausrichtung und Neugestaltung von räumlichen und konzeptionellen Rahmenbedingungen sind Hinweise durch die (außenstehende) Fachberatung sehr hilfreich und können die Kita unterstützen, Lösungen zu finden.

Da zurzeit eine persönliche Vor-Ort-Beratung nicht möglich ist, können für die Zeit des eingeschränkten Regelbetriebes ebenso Video- oder Telefonkonferenzen durchgeführt werden.

Fragen und Antworten im Zusammenhang mit der Öffnung der Kindertagespflege ab dem 4. Mai 2020

Wie wird die Ersatzbetreuung in der Kindertagespflege im Moment umgesetzt?

Eine Ersatzbetreuung in der Kindertagespflege kann entsprechend des geltenden Vertretungskonzeptes umgesetzt werden. Parallel zur Kita kann es aufgrund eines durch Krankheit oder Urlaub bedingten Ausfalls der Kindertagespflegeperson notwendig sein, die Gruppe neu zusammenzustellen. Die Zusammensetzung der Personengruppe ist dabei täglich nachvollziehbar zu dokumentieren. (vgl. FAQs zur Ausgestaltung des eingeschränkten Regelbetriebes)

Auch Kontaktstunden können entsprechend der Vertretungsmodelle umgesetzt werden. Diese können vorrangig im Freien stattfinden. Vom Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung sollte im Sinne der Beziehung zum Kind abgesehen werden.

Wichtig ist im Sinne des Infektionsschutzes eine gut abgewogene Entscheidung unter Einbeziehung der Kommune und Fachberatung zu treffen.

Welche Neuregelung gibt es seit dem 4. Mai 2020 für die Kindertagespflege?

In Nummer 1.2. der Allgemeinverfügung ist formuliert: „Die Betreuungsangebote entfallen in Kindertageseinrichtungen und heilpädagogischen Kindertageseinrichtungen.“ Die Kindertagespflege ist hier nicht mehr benannt. Das bedeutet, dass ab dem 04.05.2020 dortige Betreuungsangebote nicht mehr entfallen sondern regulär stattfinden können. Einer gesonderten Aussage zur Öffnung der Kindertagespflege bedarf es aus juristischer Sicht nicht.

Warum können gerade Kindertagespflegestellen jetzt geöffnet werden?

Hintergrund der Neuregelung ist, dass in der Kindertagespflege aufgrund der kleinen Gruppen bis max. fünf Kindern eine individuelle Betreuung durch nur eine Bezugsperson möglich ist. Dadurch ist ein geschütztes und überschaubares Setting sowohl für die betreuten Kinder als auch die Kindertagespflegepersonen und damit ein besserer Schutz vor Ansteckung gegeben. Jedoch ist es v. a. für Kinder unter drei Jahren, die längere Zeit zu Hause waren, eine schrittweise Wiedereingewöhnung zwingend notwendig.

Ab wann können die Kindertagespflegestellen öffnen?

Diese Regelung der Allgemeinverfügung gilt ab dem 4. Mai 2020. Es ist jedoch nachvollziehbar, dass zunächst Vorbereitungen zum Öffnen der Kindertagespflegestelle getroffen werden müssen. Die Kindertagespflege ist eine individuelle höchst persönliche Betreuungsform, die allein durch die Kindertagespflegeperson erbracht wird. Im Vorfeld sind daher mit den Eltern Abstimmungen zu den notwendigen Betreuungsumfängen, zur Wiedereingewöhnung sowie zu verbindlichen Bringe- und Abholzeiten vorzunehmen sowie Schutz- oder Hygienevorkehrungen für die Kindertagespflegestelle zu treffen.

Können Kindertagespflegepersonen zur Öffnung ihrer Kindertagespflegestellen verpflichtet werden?

Sofern die Kindertagespflegeperson selbstständig tätig ist, obliegt ihr die Entscheidung bzgl. der Öffnung ihrer Kindertagespflegestelle. Im Übrigen gilt wie für das Personal für die Notbetreuung, dass bei den einzusetzenden Personen (hier: den Tageseltern) die individuelle Situation (Gesundheitszustand bzw. Vorerkrankungen, Alter, familiäre Situation) angemessen zu berücksichtigen ist.

Wie wird der Schutz der Betreuungspersonen und der betreuten Kinder gewährleistet?

Es wird insbesondere auf Nummer 5 der ab 4. Mai 2020 geltenden Allgemeinverfügung Vollzug des Infektionsschutzgesetzes Maßnahmen anlässlich der Corona-Pandemie verwiesen:

Allgemeinverfügung - Vollzug des Infektionsschutzgesetzes - Maßnahmen anlässlich der Corona-Pandemie - Anordnung von Hygieneauflagen zur Verhinderung der Verbreitung des Corona-Virus (Version vom 1. Mai)

Dort sind unter Ziffer II Nummer 1 Hygieneregeln (u. a.) zur Kitaspeisung und unter Ziffer II Nummer 5 Hygieneregeln für Kindertagesbetreuung zur Notbetreuung sowie Kindertagespflegestellen benannt.

In Ziffer I ist formuliert „Alle Gebote und Regeln, die derzeit im öffentlichen Leben gelten, sind, soweit möglich, auch innerhalb von Einrichtungen umzusetzen.“ In der Kindertagesbetreuung können bekanntermaßen die gängigen Hygienegebote nicht eingehalten werden. Diese Regelung ermöglicht es, die Hygieneregeln soweit möglich und ausgerichtet auf die jeweiligen räumlichen Bedingungen der Einrichtungen – hier der Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegestellen – umzusetzen.

Den „Rahmenhygieneplan gemäß § 36 Infektionsschutzgesetz für Kindertageseinrichtungen“, der auch für Kindertagespflege weitestgehend analog angewendet werden soll, finden Sie hier:

Rahmenhygieneplan gemäß § 36 Infektionsschutzgesetz für Kindereinrichtungen

In der Kindertagesbetreuung besteht derzeit keine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes. Vor allem die in der Kindertagespflege betreuten Kinder unter drei Jahren benötigen einen Blick in das Gesicht, die Mimik und Gestik ihrer Bezugsperson. Aus pädagogischer Sicht ist das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes daher nicht sinnvoll. Letztendlich trifft jedoch die Kindertagespflegeperson die Entscheidung darüber, ob einen solchen Schutz trägt, selbst. Sofern sie sich dafür entscheidet, ist im Interesse der Kinder auf einen behutsamen Übergang und ein achtsames Einbeziehen in den pädagogischen Alltag zu achten.

Unabhängig davon sollte das „Corona-Geschehen“ spielerisch in den pädagogischen Alltag eingebunden werden. Weitere Hinweise und Tipps dazu finden Sie hier: 

https://iks-sachsen.de/index/Zusammenfassung+aller+Informationen

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