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Institutionen und Beschäftigte aus dem Kunst-, Kultur- und Kreativbereich

Unterstützungsangebote des Freistaates Sachsen

Sächsische Kunst- und Kultureinrichtungen in freier Trägerschaft, die von der Corona-Krise betroffen sind, können eine Förderung nach der Richtlinie »Corona-Härtefälle Kultur« erhalten.

Geförderte erhalten einen Zuschuss bis zu 10.000 Euro, bei höherem Liquiditätsbedarf bis zu 50.000 Euro. Im Rahmen der Förderung kann der Liquiditätsbedarf geltend gemacht werden, der aus unabweisbaren Einnahmeausfällen und/oder durch notwendige zusätzliche Ausgaben (zum Beispiel für Hygienemaßnahmen oder digitale Angebote als Veranstaltungsersatz) entsteht.

Die Förderung, von der bereits im Jahr 2020 zahlreiche freie Kunst- und Kultureinrichtungen profitieren konnten, läuft bis zum 31. Dezember 2021. Die Frist für Anträge bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) mit einem Liquiditätsbedarf für 2021 ist am 20. November 2021 ausgelaufen. Momentan können keine Anträge gestellt werden.

Eine Verlängerung des Programms in 2022 ist geplant. Sobald neue Informationen vorliegen, finden Sie diese hier.

  • Informationen zu Förderkonditionen und Antragstellung auf der Internetseite der Sächsischen Aufbaubank (SAB) Antragstellung nach der Förderrichtlinie Corona-Härtefälle Kultur | momentan keine Antragstellung mehr möglich | Verlängerung in 2022 geplant
  • Fragen und Antworten zum Soforthilfe-Zuschuss »Härtefälle Kultur«

    Das geplante Programm »Corona-Zuschuss Sachsen Plus« richtet sich an Unternehmen mit wenigen Mitarbeitern, Selbstständige und Freiberufler in Sachsen, die aufgrund der Corona-Notfall-Verordnung im Dezember 2021 mindestens 70 Prozent corona-bedingte Umsatzeinbrüche verzeichneten. Mit einem frei verwendbaren Zuschuss will der Freistaat Sachsen die Überbrückungshilfe in den drei Monaten auf jeweils mindestens 1.500 Euro aufstocken.

    Da nur ein Teil der Überbrückungshilfe angerechnet wird, kann der Gesamtbetrag aus Überbrückungshilfe und Corona-Zuschuss auch deutlich über 1.500 Euro pro Monat liegen. Die Personalkostenpauschale und der Eigenkapitalzuschuss – das sind frei verwendbare Aufschläge auf die Überbrückungshilfe – werden nicht angerechnet, sondern gehen ungemindert an das Unternehmen. Auch die anteilige Erstattung der Kosten für Auszubildende sowie für Hygienemaßnahmen und für Marketing- und Werbekosten, des Wertverlusts von verderblichen Waren und Saisonwaren sowie die branchenspezischen Hilfen – etwa für die Veranstaltungs- und Kulturwirtschaft sowie die Reisebranche – erhält das Unternehmen zusätzlich.

    Für das Programm stehen rund 4,3 Millionen Euro zur Verfügung. Der Haushalts- und Finanzausschuss des Sächsischen Landestages muss die Verwendung der Mittel noch genehmigen. Die Beantragung des Corona-Zuschusses bei der Sächsischen Aufbaubank – Förderbank – (SAB) soll im März 2022 starten. Unternehmer, Selbstsständige und Freiberufler können die Anträge selbst stellen. Dabei kann auf die Daten aus dem Antrag auf Überbrückungshilfe zurückgegriffen werden. 

    Das Kulturministerium hat den Kulturräumen und der Kulturstiftung des Freistaats Sachsen Anwendungshinweise über den Umgang mit Förderungen gegeben.

    Demnach ist es möglich, Projekte auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Ist dies nicht möglich, können Förderzwecke umgewidmet werden, der ähnlich zum geplanten Vorhaben war. Müssen Projekte ganz abgesagt werden, können entstandene Ausgaben für Vorbereitungen im Einzelfall weiter gefördert werden und müssen nicht zurückgezahlt werden.

    Darüber hinaus ist es den Kulturräumen möglich, ihren Zuwendungsempfängern aus den 2020 beziehungsweise 2021 zugewiesenen und bereits beschiedenen Mitteln Ausfallhonorare der regulären Honorare als zuwendungsfähig zu gewähren. Voraussetzung dafür ist zum einen, dass der Ausfall der geplanten Honorarzahlungen auf die Corona-Krise zurückzuführen ist (zum Beispiel auf Grund der Absage von Veranstaltungen) und zum anderen keine anderweitigen Soforthilfe-Programme der Corona-Krise in Betracht kommen (Vorrang Bundesprogramme).

    Diese Anwendungshinweise können die Kulturräume übernehmen bzw. sich daran orientieren. Dies entscheiden die Kulturräume eigenständig im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung. Bitte setzen sie sich mit den entsprechenden Kulturräumen beziehungsweise der Kulturstiftung dazu in Verbindung.

    Die Förderung von Kinos durch den Bund im Rahmen des Zukunftsprogramms Kino I wird auch im Jahr 2022 fortgeführt. Der Freistaat Sachsen unterstützt das Programm in Form einer Kofinanzierung. Mit der Förderung sollen Kinos in ganz Deutschland, insbesondere auch außerhalb von Ballungsgebieten, als Kulturorte gestärkt und die Sichtbarkeit des kulturell anspruchsvollen Kinofilms in der Fläche gesichert werden. 

    Die vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie eingeführten Fördergrundsätze gelten dabei auch in diesem Jahr. Die maximale Höhe des Bundesanteils an der Zuwendung beträgt daher weiterhin bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten. Der Freistaat Sachsen beteiligt sich zusätzlich mit weiteren bis zu 20 Prozent der förderfähigen Kosten.

    Neuanträge dafür sind wieder möglichVoraussetzung für eine Förderung durch den Freistaat Sachsen ist das Vorliegen des Förderbescheides der Filmförderungsanstalt (FFA) nach dem Zukunftsprogramm Kino I.

    Weitere Unterstützungs- und Hilfsangebote

    Der Bund hat einen Sonderfonds in Höhe von 2,5 Milliarden Euro eingerichtet, um die Wiederaufnahme und die Planbarkeit von Kulturveranstaltungen zu unterstützen. Dieser setzt sich aus zwei Bausteinen zusammen: 

    Die Wirtschaftlichkeitshilfe unterstützt kleinere Veranstaltungen mit bis zu 2000 möglichen Teilnehmenden, die pandemiebedingt nur mit reduzierter Teilnehmerzahl stattfinden können. Sie verdoppelt (beziehungsweise verdreifacht bei besonders strengen Auflagen) die Einnahmen aus den ersten 1.000 Tickets, bis die Kosten einer Veranstaltung gedeckt sind. Beantragt können die Zuschüsse für Veranstaltungen bis 31. März 2022.

    Die Ausfallabsicherung schafft Planungssicherheit für größere Veranstaltungen (mit mehr als möglichen 2000 Teilnehmenden) und übernimmt 90 Prozent der Kosten Corona-bedingter Absagen, Teilabsagen oder Verschiebungen. Die Ausfallabsicherung läuft bis 31. Dezember 2022 aus.

    Die maximale Förderung pro Veranstaltung beträgt 100.000 Euro in der Wirtschaftlichkeitshilfe und 8 Millionen Euro in der Ausfallabsicherung.

    Die Antragstellung ist über eine bundesweit zentrale Plattform möglich. Für die Beantwortung von Fragen von Antragstellern steht eine zentrale Hotline unter 0800 6648430 zur Verfügung.

    Die Überbrückungshilfe III Plus und IV unterstützen alle von der Corona-Pandemie betroffenen Unternehmen, Soloselbstständigen und Freiberufler bei der Deckung von betrieblichen Fixkosten. Voraussetzung sind Corona-bedingte Umsatzeinbrüche von mindestens 30 Prozent in jedem Monat, für den der Fixkostenzuschuss beantragt wird. Maßgeblich für den Vergleich ist der Referenzmonat im Jahr 2019. Besonders von der Pandemie betroffene Unternehmen wie die Reisebranche oder die Kultur- und Veranstaltungswirtschaft können zusätzliche Förderungen beantragen. Die Überbrückungshilfe III Plus umfasst den Förderzeitraum Juli bis Dezember 2021. die Überbrückungshilfe IV den Förderzeitraum Januar bis März 2022.

    Die Neustarthilfe Plus und 2022 unterstützen Soloselbstständige, Kapitalgesellschaften, Genossenschaften, unständig Beschäftigte sowie kurz befristete Beschäftigte in den Darstellenden Künsten, die coronabedingte Umsatzeinbußen verzeichnen, aufgrund geringer Fixkosten aber kaum von den Überbrückungshilfen profitieren. Die Neustarthilfe wird nicht auf die Grundsicherung angerechnet. Die Neustarthilfe Plus umfasst den Förderzeitraum Juli bis Dezember 2021, die Neustarthilfe 2022 den Förderzeitraum Januar bis März 2022.

    Die elektronische Antragstellung ist über eine zentrale Plattform bis zum 31. März 2022 (Überbrückungshilfe III Plus und Neustarthilfe Plus) beziehungsweise 30. April 2022 (Überbrückungshilfe IV und Neustarthilfe 2022) möglich. Für die Überbrückungshilfen erfolgt sie über prüfende Dritte (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer oder Rechtsanwälte), für die Neustarthilfe ist sie direkt (ohne prüfenden Dritten) möglich. Eine gleichzeitige Antragstellung für die Neustarthilfen und die Überbrückungshilfen ist nicht möglich.

    Mit »Neustart Kultur« hat die Bundesregierung ein milliardenschweres Rettungs- und Zukunftsprogramm für den Kultur- und Medienbereich aufgelegt. Im Fokus der Förderung stehen vor allem Kultureinrichtungen, die überwiegend privat finanziert werden, beispielsweise Kinos, Museen, Theater, Musikaufführungsstätten, soziokulturelle Zentren und Kleinkunstbühnen. Sie sollen in die Lage versetzt werden, ihre Häuser erneut zu öffnen und Programme wieder aufzunehmen, um Künstlerinnen, Künstlern und Kreativen eine Erwerbs- und Zukunftsperspektive zu bieten. Daneben erhalten die Bundeskulturfonds zusätzliche Mittel, um Projekte in den von ihnen vertretenen Kultursparten und so unmittelbar Künstlerinnen und Künstler zu fördern.

    »Neustart Kultur« setzt sich aus unterschiedlichen Hilfsprogrammen für die unterschiedlichen Einrichtungen aus dem Kultur- und Kreativbereich zusammen. Die Ausreichung der Fördergelder wird häufig von den jeweiligen Verbänden koordiniert. Informationen zur Antragstellung und den Konditionen veröffentlicht die Bundesregierung.

    Die Härtefallhilfen unterstützen in besonderen Einzelfällen Unternehmen, Selbstständige, Vereine und andere Organisationen, die im Hauptwwerb wirtschaftlich am Markt tätig sind und Corona-bedingt in Existenznot geraten sind. 

    Ein Härtefall im Sinne dieses Programms liegt grundsätzlich dann vor, wenn auf ein Unternehmen die folgenden beiden Merkmale zutreffen:

    • Das Unternehmen befindet sich in einer existenzbedrohlichen Situation, die auf außergewöhnliche Belastungen infolge der Corona-Pandemie zurückzuführen ist.
    • Das Unternehmen hat keinen Zugang zu einem Corona-Hilfsprogramm des Bundes, der Länder oder der Kommunen (etwa die Überbrückungshilfen).

    Umfang und Höhe der Unterstützung hängen unter anderem von der Belastung im Einzelfall ab. Sie richten sich grundlegend nach den Leistungen im Programm der Überbrückungshilfe, das heißt insbesondere an den betrieblichen Fixkosten wie Miete, Versicherungsbeiträge und so weiter. Die Härtefallhilfe umfasst maximal einen Zeitraum von 1. Juni 2020 bis 1. März 2022.

    Die Antragstellung ist bis zum 30. April 2022 ausschließlich durch prüfende Dritte (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Rechtsanwälte) möglich. Über die Anträge entscheidet bei bestimmten Fallgestaltungen die Sächsische Aufbaubank (SAB), in sonstigen Fällen eine Härtefallkommission, in der neben den betroffenen Ministerien und der SAB als beratende Mitglieder auch die Kammern sowie der DGB vertreten sind.

    Wer in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie offiziell durch ein sächsisches Gesundheitsamt einer Quarantäne beziehungsweise einem Tätigkeitsverbot unterliegt und dadurch einen Verdienstausfall erleidet, kann über die Landesdirektion Sachsen (LDS) eine Entschädigung beantragen. Mit der Entschädigung können sowohl Betriebe und deren Angestellte, als auch Selbstständige und Freiberufler unterstützt werden.

    Bei Arbeitnehmern hat der Arbeitgeber für die Dauer des Arbeitsverhältnisses, längstens für sechs Wochen, die Entschädigung für die zuständige Behörde auszuzahlen. Die ausgezahlten Beträge werden dem Arbeitgeber auf Antrag von der zuständigen Behörde erstattet.Selbstständige und Freiberufler können auf eigenen Antrag bei der Landesdirektion Sachsen ihren Verdienstausfall ersetzt bekommen. Die Entschädigung bemisst sich nach dem Verdienstausfall.

    Zur Sicherung der wirtschaftlichen und persönlichen Existenz in der Corona-Pandemie wurden die Zugangsvoraussetzungen für die Grundsicherung (wie etwa das Arbeitslosengeld II) deutlich erleichtert. Die Regelungen über den erleichterten Zugang zur Grundsicherung gelten für Bewilligungszeiträume, die bis zum 31. März 2022 beginnen.

    Die Künstlersozialkasse (KSK) gibt Informationen zur Corona-Pandemie für selbständige Künstler, Publizisten, Kultur- und Kreativschaffende sowie abgabepflichtige Unternehmen.

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