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Institutionen und Beschäftigte aus dem Kunst-, Kultur- und Kreativbereich

Viele kulturelle Einrichtungen in Sachsen dürfen wieder öffnen und viele kulturelle Angebote und Veranstaltungen wieder stattfinden. Erforderlich ist dafür jeweils eigenes schriftliches Hygienekonzept. Auf dieser Seite finden Sie wichtige Hinweise zu den Bedingungen für die Wiedereröffnung ebenso wie zu den Unterstützungs- und Hilfsangeboten für Kultureinrichtungen sowie Kulturschaffende durch den Bund, den Freistaat Sachsen und weitere Institutionen.

Bedingung für die Öffnung kultureller Einrichtungen sowie damit verbundenen Angeboten für den Publikumsverkehr sowie die Durchführung von Veranstaltungen ist, dass jeweils ein eigenes schriftliches Hygienekonzept erstellt und umgesetzt wird.

Dabei sind insbesondere zu berücksichtigen beziehungsweise einzuhalten:

  • die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales,
  • dazu vorhandene verbindliche branchenspezifische Konkretisierungen der Unfallversicherungsträger beziehungsweise der Aufsichtsbehörde und
  • die einschlägigen Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes (RKI) zum Infektionsschutz in ihrer jeweiligen Fassung oder
  • Konzepte und Empfehlungen der jeweiligen Fachverbände sowie
  • weitere Schutzvorschriften gemäß der Allgemeinverfügung des Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt zur Anordnung von Hygieneauflagen.

Das Hygienekonzept und dessen Einhaltung kann durch die zuständige kommunale Behörde überprüft werden. Für folgende Einrichtungen und Angebote müssen die Hygienekonzepte von den zuständigen kommunalen Behörden vor der Inbetriebnahme genehmigt werden:

  • Tagungs- und Kongresszentren, Theater, Musiktheater, Kinos, Konzerthäuser, Konzertveranstaltungsorte, Opernhäuser, Musikclubs (ohne Tanz) sowie Zirkusse,
  • Freibäder, Hallenbäder, Kurbäder, Thermen und Saunen, soweit es sich nicht um Beherbergungsbetriebe, Rehabilitationseinrichtungen und Einrichtungen mit Mitgliedern (zum Beispiel Fitnessstudios) handelt,
  • Sportwettkämpfe mit Publikum (ausgenommen ist der Bereich Freizeit- und Breitensport mit einer Besucherzahl bis 50 Personen),
  • Freizeit- und Vergnügungsparks, Volksfeste und Jahrmärkte sowie Messen.

Großveranstaltungen und Sportveranstaltungen mit Publikum mit einer Besucherzahl von mehr als 1 000 Personen dürfen in Sachsen ab dem 1. September 2020 stattfinden, wenn eine Kontaktnachverfolgung möglich ist und die Hygieneregelungen eingehalten werden.

Weiterhin geschlossen beziehungsweise nicht möglich bleiben im Bereich Freizeit und Kultur:

  • Diskotheken und Tanzlustbarkeiten sowie
  • Dampfbäder und Dampfsaunen.

Großveranstaltungen und Sportveranstaltungen mit Publikum mit einer Besucherzahl von mehr als 1 000 Personen, bei denen eine Kontaktnachverfolgung nicht möglich ist, sind bis zum 31. Oktober 2020 untersagt.

Hilfsangebote des Freistaats Sachsen für Kulturschaffende

Der Freistaat Sachsen hat seit April 2020 rund 65 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um den Kunst- und Kulturbereich in Zeiten der Corona-Pandemie zu unterstützen. Die Maßnahmen umfassen unter anderem Programme für freischaffende Kulturschaffende, Honorakräfte für Musikunterricht sowie Zuschüsse für freie Träger im Bereich Kunst und Kultur und freie Musikschulen. 

Das sächsische Kulturministerium hat ein umfassendes Förderprogramm für freie Träger aus dem Bereich Kunst und Kultur geschaffen, die bislang zu wenig oder gar nicht auf bisherige Hilfsprogramme zugreifen konnten. Das Programm richtet unter anderem an freie Theater, Festivals und kulturelle Vereine.

Der Zuschuss beträgt bis zu 10.000 Euro, bei Nachweis eines höheren Liquiditätsbedarfes können bis zu 50.000 Euro ausgereicht werden. Anträge für diese Förderung können ab dem 29. Juni 2020 bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) gestellt werden.

Informationsgrafik mit dem Text: 2.000 Euro für sächsische Künstler: Das neue Programm »Denkzeit«. Mikrostipendien für freischaffende Künstlerinnen und Künstler im Hauptberuf, die durch die Corona-Pandemie in einer schwierigen Lage sind © SMKT

Sächsische Künstlerinnen und Künstler können bei der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen Stipendien in Höhe von je 2.000 Euro beantragen. Die Stipendien werden in Form einer einmaligen Zuwendung für die Dauer von zwei Monaten gewährt.

Das neue Programm richtet sich an freischaffende, hauptberuflich tätige Künstlerinnen und Künstler aus den Sparten Darstellende und Bildende Kunst, Musik, Literatur und Film mit Hauptwohnsitz in Sachsen, die in Folge der Corona-Pandemie existentiell und künstlerisch in einer schwierigen Lage sind. Das Programm soll sie darin ermutigen, auch in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen und Veranstaltungsverboten an ihrer künstlerischen Arbeit festzuhalten und individuelle Handlungsansätze für den Umgang mit der Corona-Krise zu entwickeln.

Das Stipendium ist offen für unterschiedliche Ansätze und Formate. So können beispielsweise Recherche- und Konzeptarbeiten oder Ideen der künstlerischen Reflexion der Krise ebenso Gegenstand des Stipendiums sein wie das Ausloten digitaler Interaktionstechniken, die Erprobung von Veranstaltungsformaten im virtuellen Raum oder die Restrukturierung von Arbeitsprozessen.

Anträge können ausschließlich über ein Online-Formular auf der Webseite der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen gestellt werden. Eine kurze Skizzierung des Vorhabens ist ausreichend.

»Denkzeit«: Kontakt und Online-Formular (Anträge seit 15. Juli 2020 wieder möglich)

Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

Telefon: 0351 88480-33

E-Mail: denkzeit@kdfs.de

Webseite: Zu den Details von »Denkzeit« auf der Internetseite der Kulturstiftung

Logo des Wettbewerbs »Denkzeit Event« © Landestourismusverband Sachsen e.V.

Ziel des Wettbewerbs ist es, kreative und innovative Ideen zur Umsetzung etablierter oder neuer Veranstaltungen in Sachsen unter Corona-Bedingungen anzuregen und der Veranstaltungsbranche damit Perspektiven zu bieten. Dafür stellt der Freistaat Sachsen 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die besten Ideen, die aus der Krise heraus geboren werden, werden prämiert und erhalten ein Preisgeld zwischen 1.000 und 50.000 Euro für die Umsetzung dieser Vorhaben. Wettbewerbsbeiträge können ausschließlich über ein Online-Formular eingereicht werden. Einsendeschluss ist der 21. August 2020, 23.59 Uhr. Die Preisträger werden voraussichtlich am 17. September 2020 bekanntgegeben.

Der Kleinprojektefonds richtet sich vorrangig an Initiativen und Vorhaben in den ländlichen Regionen Sachsens. In der gegenwärtigen Situation soll es vor allem dabei unterstützen, das kulturelle Leben vor Ort wieder anzukurbeln. Dafür wird der Fonds im Jahr 2020 auf 750.000 EUR aufgestockt.

Gefördert werden können kleine Kunst- und Kulturprojekte mit Fördersummen von 500 bis 5.000 EuroAnträge können fortlaufend bei der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen gestellt werden.

Logo von Kultur Digital

Die Kampagne »So geht sächsisch.« sucht Künstlerinnen und Künstler aus Sachsen, die ihre Projekte im digitalen Raum veröffentlichen und die kulturelle Vielfalt im Internet steigern wollen. 

Für die ausgewählten Projekte sind unter anderem Aufwandentschädigungen, Künstlerhonorare und Ausgaben für Künstlersozialabgaben vorgesehen. Das Sächsische Kulturministerium hat dafür 2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. 

Eingereicht werden können digitale Projekte, die Social Media-tauglich sind und einen Bezug zu Sachsen haben. 

Das Kulturministerium hat den Kulturräumen und der Kulturstiftung des Freistaats Sachsen Anwendungshinweise über den Umgang mit Förderungen gegeben.

Demnach ist es möglich, Projekte auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Ist dies nicht möglich, können Förderzwecke umgewidmet werden, der ähnlich zum geplanten Vorhaben war. Müssen Projekte ganz abgesagt werden, können entstandene Ausgaben für Vorbereitungen im Einzelfall weiter gefördert werden und müssen nicht zurückgezahlt werden.

Darüber hinaus ist es den Kulturräumen möglich, ihren Zuwendungsempfängern aus den 2020 zugewiesenen und bereits beschiedenen Mitteln Ausfallhonorare der regulären Honorare als zuwendungsfähig zu gewähren. Voraussetzung dafür ist zum einen, dass der Ausfall der geplanten Honorarzahlungen auf die Corona-Krise zurückzuführen ist (zum Beispiel auf Grund der Absage von Veranstaltungen) und zum anderen keine anderweitigen Soforthilfe-Programme der Corona-Krise in Betracht kommen (Vorrang Bundesprogramme).

Diese Anwendungshinweise können die Kulturräume übernehmen bzw. sich daran orientieren. Dies entscheiden die Kulturräume eigenständig im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung. Bitte setzen sie sich mit den entsprechenden Kulturräumen bzw. der Kulturstiftung dazu in Verbindung.

Weitere Unterstützungs- und Hilfsangebote

Betriebe mit starken Umsatzeinbußen infolge der Corona-Pandemie können einen bis zu 80-prozentigen Zuschuss für die Fixkosten erhalten. Die Überbrückungshilfen richten sich an kleine und mittelständische Unternehmen, Soloselbstständige, Freiberufler und dauerhaft am Markt tätige gemeinnützige Unternehmen. Die Anteil der Zuschusses hängt von der Höhe des Umsatzeinbruches im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ab und wird für Einbußen im Zeitraum von Juni bis August 2020 gewährt. Der Bund stellt den Ländern dafür insgesamt 25 Milliarden Euro zur Verfügung.

Die Überbrückungshilfen können nur über einen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer beantragt werden, die die angegebenen Umsatzeinbrüche prüfen müssen. 

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) hat angekündigt,
die Förderkriterien für das »Zukunftsprogramm Kino« zu erleichtern. So wird die Maximalhöhe des Bundesanteils von 40% auf 80% der förderfähigen Kosten angehoben. Gleichzeitig entfällt die zwingende Kofinanzierung durch Länderprogramme, sodass auch Kinos im Freistaat Sachsen die Förderung in Anspruch nehmen können. 

Die geänderten Fördervoraussetzungen gelten bis zum 31.12.2020. Weitere Details zu den neuen Förderungen werden in Kürze auf der Internetseite der Filmförderungsanstalt (FFA) veröffentlicht.

Zur Absicherung der persönlichen Existenz wurden die Zugangsvoraussetzung für die Grundsicherung wurden deutlich erleichtert. Wer seinen Lebensunterhalten derzeit nicht bestreiten kann, kann Grundsicherung beantragen. Zudem übernimmt die Arbeitsagentur Miet- und Heizkosten in ihrer tatsächlichen Höhe. 

Diese Regelungen gelten für Personen in Kurzarbeit, aber auch für Freiberufler, Solo-Selbständiger oder Kleinunternehmer und sind in finanzieller Not, die einen Großteil Ihrer Aufträge verloren haben.

Wenn der Verdienst aufgrund von Einnahmeneinbußen nicht mehr für Lebensunterhalt der Familie ausreicht, kann zusätzlich einen Antrag auf den neu eingerichteten Notfall-Kinderzuschlag (»Notfall-KiZ«) stellen. 

Wer auf Grund des Coronavirus offiziell durch das Gesundheitsamt unter Quarantäne gestellt wird /einem Tätigkeitsverbot unterliegt und dadurch einen Verdienstausfall erleidet, kann über die Landesdirektion Sachsen eine Entschädigung beantragen. Mit der Entschädigung können sowohl Betriebe und deren Angestellte, als auch Selbstständige und Freiberufler unterstützt werden.

Bei Angestellten zahlt in der Regel der Arbeitgeber das Arbeitsentgelt zunächst weiter. Dieser kann sich das Geld im Nachhinein von der Landesdirektion Sachsen auf Antrag erstatten lassen. Selbstständige und Freiberufler können auf eigenen Antrag bei der Landesdirektion Sachsen ihren Verdienstausfall ersetzt bekommen.

Bitte beachten Sie, dass anderweitige finanzielle Unterstützungen – etwa bei Umsatzeinbußen oder Auftragsausfällen – nicht über die Landesdirektion Sachsen geregelt werden.

Künstler, Kultur- und Kreativschaffende, die in der Künstlersozialkasse (KSK) versichert sind, können zum einen Zahlungserleichterungen oder Zahlungsaufschub beantragen und zum anderen eine Änderungsmitteilung über das geschätzte Jahreseinkommen zu machen. Werden durch die Minderung des Einkommens die Voraussetzungen für die Versicherungspflicht nicht mehr erfüllt, wird bleibt der Versicherungsschutz bis auf Weiteres bestehen.

Abgabepflichtiges Unternehmen können ebenso einen Antrag auf Zahlungserleichterungen oder Zahlungsaufschub stellen. Außerdem können die monatlichen Vorauszahlungen auf die abgabepflichtigen Entgeltzahlungen auf Antrag herabgesetzt werden.

Um in der Krise die Liquidität von Unternehmen und Selbstständigen zu sichern, greifen auch steuerliche Erleichterungen. Die Stundung von Steuerzahlungen ist erleichtert und Vorauszahlungen können leichter abgesenkt werden. Auf Vollstreckungen und Säumniszuschläge wird im Zusammenhang mit den Corona-Auswirkungen verzichtet. Schriftliche Anträge nehmen die Finanzämter entegegn. Unter folgendem Link gelangen Sie zu einem Antragsformular für Steuererleichterungen.

Die Insolvenzantragspflicht ist bis zum 30. September 2020 für die Unternehmen, die infolge Corona-Krise wirtschaftliche Schwierigkeiten haben oder insolvent geworden sind, ausgesetzt.

Verbraucher und Kleinstunternehmer dürfen bis zum 30. Juni 2020 nicht von Leistungen der Daseinsvorsorge (unter anderem Pflichtversicherungen, Energielieferung, Telekommunikation) ausgeschlossen werden, zu denen vor dem 8. März 2020 ein abgeschlossener Vertrag bestand. Für die Betroffenen besteht ein Leistungsverweigerungsrecht (Zahlungsaufschub). Die Leistungsverweigerung muss allerdings auch für den Gläubiger zumutbar sein.

Des Weiteren dürfen Vermieter das Mietverhältnis wegen Mietschulden aus dem Zeitraum vom 1. April 2020 bis 30. Juni 2020 nicht kündigen, sofern die Mietschulden auf den Auswirkungen der Corona-Pandemie beruhen. Dies gilt sowohl für Wohn- als auch Gewerberaummietverträge. Voraussetzung ist auch hier, dass der Mieter glaubhaft darlegen kann, dass die Nichtleistung auf finanziellen Schwierigkeiten aufgrund der Corona-Pandemie beruht.

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