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Institutionen und Beschäftigte aus dem Kunst-, Kultur- und Kreativbereich

Unterstützungsangebote des Freistaates Sachsen für Kulturschaffende und -einrichtungen

Sachsen unterstützt mit verschiedenen Hilfsprogrammen den von den Beschränkungen der Corona-Pandemie hart getroffenen Kulturbereich. Gefördert werden Zoos und Tierparks, freie Musikschulen sowie freiberufliche Musik- und Tanzlehrkräfte ebenso wie Kunst- ud Kultureinrichtungen in freier Trägerschaft.

Sächsische Kunst- und Kultureinrichtungen in freier Trägerschaft, die von der Corona-Krise betroffen sind, können Anträge auf Förderung nach der Richtlinie »Corona-Härtefälle Kultur« bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) stellen.

Geförderte erhalten einen Zuschuss bis zu 10.000 Euro, bei höherem Liquiditätsbedarf bis zu 50.000 Euro. Im Rahmen der Förderung kann der Liquiditätsbedarf geltend gemacht werden, der aus unabweisbaren Einnahmeausfällen und/oder durch notwendige zusätzliche Ausgaben (zum Beispiel für Hygienemaßnahmen oder digitale Angebote als Veranstaltungsersatz) entsteht.

Die Förderung, von der bereits im Jahr 2020 zahlreiche freie Kunst- und Kultureinrichtungen profitieren konnten, läuft bis zum 31. Dezember 2021. Anträge mit einem Liquiditätsbedarf für 2021 können bis zum 20. November 2021 bei der SAB gestellt werden.

  • Informationen zu Förderkonditionen und Antragstellung auf der Internetseite der Sächsischen Aufbaubank (SAB) Antragstellung nach der Förderrichtlinie Corona-Härtefälle Kultur bis 20. November 2021 möglich
  • Fragen und Antworten zum Soforthilfe-Zuschuss »Härtefälle Kultur«

    Rund 2 Millionen Euro stehen zur Unterstützung von freien Musikschulen und freiberuflichen Anbietern von außerschulischem Musik- und Tanzunterricht zur Verfügung.

    • Mit der Förderung sollen Einnahmeausfälle aus Unterrichtsgebühren beziehungsweise ausfallenden Honoraren ausgeglichen werden, die zwischen 1. Januar 2021 und 23. Juli 2021 (Förderzeitraum) entstanden sind.
       
    • Zuwendungsempfänger können sein:
      • freie Musikschulen mit Sitz in Sachsen, die gemeinnützige Zwecke verfolgen und die Zuwendungsvoraussetzungen nach der Förderrichtlinie Musikschulen/Kulturelle Bildung (Ziffer II Nummer 1) erfüllen.
      • freiberufliche Einzelunternehmer (»Solo-Selbständige«) als Anbieter von außerschulischem Musik- und Tanzunterricht im Freistaat Sachsen; diese müssen ihr Einkommen überwiegend durch diese Freiberuflichkeit erwirtschaften und Mitglied in der Künstlersozialkasse sein.
         
    • Zuwendungsvoraussetzung ist, dass der Unterricht aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ganz oder teilweise nicht stattfinden kann und nicht in alternativer Form, zum Beispiel als Online-Unterricht, durchgeführt werden kann.
       
    • Wie hoch ist die Förderung? Die Höhe der Zuwendung ergibt sich am tatsächlichen Einnahmeausfall aufgrund der im Förderzeitraum geplanten Einnahmen bemessen.
       
    • Abgrenzung zu anderen Förderprogrammen: Die Förderung erfolgt nachrangig und nur insoweit andere Förderangebote und Unterstützungsleistungen etwa des Bundes und des Freistaates Sachsen nicht zur Verfügung stehen.

    Die Antragstellung ist bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) über das Förderportal der SAB bis zum 31. Juli 2021 möglich. 

    Mit rund 5 Millionen Euro unterstützt der Freistaat Sachsen Tierparks und zoologische Gärten.

    • Mit der Förderung sollen finanzielle Engpässe überbrückt werden, um den Erhalt der Tierparks und zoologischen Gärten abzusichern. Die Einnahmeverluste zwischen dem 1. Januar und dem 31. Mai 2021 (Förderzeitraum) sollen so ausgeglichen werden (soweit diese maßgeblich durch die Corona-Pandemie verursacht wurden).
       
    • Zuwendungsempfänger sind juristische Personen als Träger der jeweiligen Einrichtung. 
       
    • Zuwendungsvoraussetzungen:
      • Die Einrichtung ist ortsfest und befindet sich im Freistaat Sachsen. Sie ist satzungsgemäß öffentlich zugängig und verfügt über eine ganzjährige regelmäßige Öffnungszeit.
      • Für die Einrichtung liegt eine Genehmigung gemäß § 42 Bundesnaturschutzgesetz vor.
         
    • Wie hoch ist die Förderung? Die Höhe der Zuwendung richtet sich nach den nicht durch Einnahmen gedeckten Betriebsausgaben der Einrichtung im Förderzeitraum, begrenzt auf maximal 900.000 Euro.
       
    • Abgrenzung zu anderen Förderprogrammen: Die Zuwendung darf nicht zu einer Überkompensation führen. Alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zur Ausgabensenkung (zum Beispiel durch Kurzarbeit) sind vorher auszuschöpfen und alle verfügbaren Finanzhilfen und Leistungen (zum Beispiel Zuschussprogramme des Bundes und des Landes sowie Leistungen der Kommunen und Kulturräume) sind in Anspruch zu nehmen.

    Die Antragstellung bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) war bis zum 30. Juni 2021 möglich. 

    Das Kulturministerium hat den Kulturräumen und der Kulturstiftung des Freistaats Sachsen Anwendungshinweise über den Umgang mit Förderungen gegeben.

    Demnach ist es möglich, Projekte auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Ist dies nicht möglich, können Förderzwecke umgewidmet werden, der ähnlich zum geplanten Vorhaben war. Müssen Projekte ganz abgesagt werden, können entstandene Ausgaben für Vorbereitungen im Einzelfall weiter gefördert werden und müssen nicht zurückgezahlt werden.

    Darüber hinaus ist es den Kulturräumen möglich, ihren Zuwendungsempfängern aus den 2020 zugewiesenen und bereits beschiedenen Mitteln Ausfallhonorare der regulären Honorare als zuwendungsfähig zu gewähren. Voraussetzung dafür ist zum einen, dass der Ausfall der geplanten Honorarzahlungen auf die Corona-Krise zurückzuführen ist (zum Beispiel auf Grund der Absage von Veranstaltungen) und zum anderen keine anderweitigen Soforthilfe-Programme der Corona-Krise in Betracht kommen (Vorrang Bundesprogramme).

    Diese Anwendungshinweise können die Kulturräume übernehmen bzw. sich daran orientieren. Dies entscheiden die Kulturräume eigenständig im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung. Bitte setzen sie sich mit den entsprechenden Kulturräumen bzw. der Kulturstiftung dazu in Verbindung.

    Weitere Unterstützungs- und Hilfsangebote

    Der Bund hat einen Sonderfonds in Höhe von 2,5 Milliarden Euro eingerichtet, um die Wiederaufnahme und die Planbarkeit von Kulturveranstaltungen zu unterstützen. Dieser setzt sich aus zwei Bausteinen zusammen: 

    Wirtschaftskeitshilfe für kleinere Veranstaltungen (mit bis zu 500 Gästen, ab 1. August für Veranstaltungen mit maximal 2.000 Gästen): Veranstalter können für die 500 (ab dem 1 August) 1.000 ersten verkauften Tickets einen Zuschuss von bis zu 100 Prozent der Verkaufseinnahmen erhalten. Damit sollen auch Veranstaltungen mit möglich sein, wenn die Anzahl der Zuschauer coronabedingt reduziert werden muss. Ist die Maximalauslastung wegen besonders strenger Hygieneauflagen besonders niedrig, kann der Zuschuss aus dem Sonderfonds bis zur Höhe der doppelten Ticketeinnahmen Tickets ansteigen. Beantragt können die Zuschüsse für Veranstaltungen zwischen dem 1. Juli 2021 und dem 31. März 2022.

    Ausfallabsicherung für größere Veranstaltungen (ab 2.000 Gäste): Veranstalter können eine Ausfallabsicherung erhalten, wenn diese aufgrund der Pandemie abgesagt oder verschoben werden müssen. Die Ausfallabsicherung wird am 1. September 2021 starten und am 31. Dezember 2022 auslaufen.

    Die maximale Förderung pro Veranstaltung beträgt 100.000 Euro in der Wirtschaftlichkeitshilfe und 8 Millionen Euro in der Ausfallabsicherung.

    Die Antragstellung ist über eine bundesweit zentrale Plattform möglich. Für die Beantwortung von Fragen von Antragstellern steht eine zentrale Hotline unter 0800 6648430 zur Verfügung.

    Die Überbrückungshilfe III (Plus) unterstützt von der Corona-Pandemie betroffene Unternehmen, Soloselbstständige und Freiberufler sowie gemeinnützige Unternehmen und Organisationen mit Fixkostenzuschüssen. Je nach Höhe des Umsatzeinbruches werden bis zu 100 Prozent der Fixkosten erstattet. Die Überbrückungshilfe III umfasst den Förderzeitraum November 2020 bis Juni 2021, die Überbrückungshile III Plus den Förderzeitraum Juli bis September 2021.

    Die Neustarthilfe (Plus) unterstützt Soloselbstständige, Kapitalgesellschaften, Genossenschaften, unständig Beschäftigte sowie kurz befristete Beschäftigte in den Darstellenden Künsten, deren wirtschaftliche Tätigkeit Corona-bedingt eingeschränkt ist, die aber nur geringe betriebliche Fixkosten haben und für die daher die Fixkostenerstattung im Rahmen der Überbrückungshilfe III nicht in Frage kommt. Die Neustarthilfe umfasst den Förderzeitraum November 2020 bis Juni 2021, die Neustarthilfe Plus den Förderzeitraum Juli bis September 2021.

    Die elektronische Antragstellung ist über eine zentrale Plattform (Link siehe unten) bis zum 31. Oktober 2021 möglich. Für die Überbrückungshilfe III erfolgt sie über prüfende Dritte (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer oder Rechtsanwälte), für die Neustarthilfe ist sie direkt (ohne prüfenden Dritten) möglich. Eine gleichzeitige Antragstellung für die Neustarthilfe und die Überbrückungshilfe III ist nicht möglich.

    Mit »Neustart Kultur« hat die Bundesregierung ein milliardenschweres Rettungs- und Zukunftsprogramm für den Kultur- und Medienbereich aufgelegt. Im Fokus der Förderung stehen vor allem Kultureinrichtungen, die überwiegend privat finanziert werden, beispielsweise Kinos, Museen, Theater, Musikaufführungsstätten, soziokulturelle Zentren und Kleinkunstbühnen. Sie sollen in die Lage versetzt werden, ihre Häuser erneut zu öffnen und Programme wieder aufzunehmen, um Künstlerinnen, Künstlern und Kreativen eine Erwerbs- und Zukunftsperspektive zu bieten. Daneben erhalten die Bundeskulturfonds zusätzliche Mittel, um Projekte in den von ihnen vertretenen Kultursparten und so unmittelbar Künstlerinnen und Künstler zu fördern.

    »Neustart Kultur« setzt sich aus unterschiedlichen Hilfsprogrammen für die unterschiedlichen Einrichtungen aus dem Kultur- und Kreativbereich zusammen. Die Ausreichung der Fördergelder wird häufig von den jeweiligen Verbänden koordiniert. Informationen zur Antragstellung und den Konditionen veröffentlicht die Bundesregierung.

    Die Härtefallhilfen unterstützen in besonderen Einzelfällen Unternehmen, Selbstständige, Vereine und andere Organisationen, die im Hauptwwerb wirtschaftlich am Markt tätig sind und Corona-bedingt in Existenznot geraten sind. Sie richten sich speziell an die Unternehmen, bei denen die bestehenden Corona-Hilfen des Bundes, der Länder und der Kommunen nicht greifen (etwa die Überbrückungshilfen, die November- und Dezemberhilfe).

    Ein möglicher Härtefall wäre zum Beispiel, dass der bei der Überbrückungshilfe erforderliche Umsatzrückgang nicht dargestellt werden kann, weil das Unternehmen im Jahr 2019 nach einem Brand oder wegen Renovierung lange Zeit geschlossen war. Oder weil der Selbstständige lange krank war oder wegen Elternzeit nicht gearbeitet hat.

    Umfang und Höhe der Unterstützung hängen unter anderem von der Belastung im Einzelfall ab. Sie richten sich grundlegend nach den Leistungen im Programm der Überbrückungshilfe, das heißt insbesondere an den betrieblichen Fixkosten wie Miete, Versicherungsbeiträge und so weiter. Die Härtefallhilfe umfasst maximal einen Zeitraum von Juni 2020 bis Juni 2021 und soll im Regelfall 100.000 Euro nicht übersteigen.

    Die Antragstellung ist bis zum 30. September 2021 ausschließlich durch prüfende Dritte (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Rechtsanwälte) möglich. Über die Anträge entscheidet bei bestimmten Fallgestaltungen die Sächsische Aufbaubank (SAB), in sonstigen Fällen eine Härtefallkommission, in der neben den betroffenen Ministerien und der SAB als beratende Mitglieder auch die Kammern sowie der DGB vertreten sind.

    Wer in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie offiziell durch ein sächsisches Gesundheitsamt einer Quarantäne beziehungsweise einem Tätigkeitsverbot unterliegt und dadurch einen Verdienstausfall erleidet, kann über die Landesdirektion Sachsen (LDS) eine Entschädigung beantragen. Mit der Entschädigung können sowohl Betriebe und deren Angestellte, als auch Selbstständige und Freiberufler unterstützt werden.

    Bei Arbeitnehmern hat der Arbeitgeber für die Dauer des Arbeitsverhältnisses, längstens für sechs Wochen, die Entschädigung für die zuständige Behörde auszuzahlen. Die ausgezahlten Beträge werden dem Arbeitgeber auf Antrag von der zuständigen Behörde erstattet.Selbstständige und Freiberufler können auf eigenen Antrag bei der Landesdirektion Sachsen ihren Verdienstausfall ersetzt bekommen. Die Entschädigung bemisst sich nach dem Verdienstausfall.

    Zur Sicherung der wirtschaftlichen und persönlichen Existenz in der Corona-Pandemie wurden die Zugangsvoraussetzungen für die Grundsicherung (wie etwa das Arbeitslosengeld II) deutlich erleichtert. Die Regelungen über den erleichterten Zugang zur Grundsicherung gelten für Bewilligungszeiträume, die bis zum 31. Dezember 2021 beginnen.

    Die Künstlersozialkasse (KSK) gibt Informationen zur Corona-Pandemie für selbständige Künstler, Publizisten, Kultur- und Kreativschaffende sowie abgabepflichtige Unternehmen.

    Um Unternehmen, Beschäftigte, Selbstständige und Freiberufler in der Corona-Pandemie zu unterstützen, erhalten sie vielfältige steuerliche Hilfen etwa als Liquiditätshilfen. Zudem ist die Insolvenzantragspflicht in bestimmten Fällen (weiter) ausgesetzt.

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