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Unternehmen aus der Tourismusbranche

Gastronomie, Hotels und Beherbungsstätten in Sachsen dürfen wieder für Besucher und Touristen öffnen – auch für solche aus anderen Bundesländern. Erforderlich ist für jeden Betrieb ein eigenes schriftliches Hygienekonzept. Auf dieser Seite finden Sie wichtige Hinweise zu den Bedingungen für die Wiedereröffnung ebenso zu den Unterstützungsangeboten durch den Bund und den Freistaat Sachsen.

Bedingungen für die Wiedereröffnung von Hotels und Beherbergungsbetrieben

In Sachsen ist die Öffnung von Gatronomie, Hotels und Beherbergungsstätten sowie der dazugehörigen Angebote für den Publikumsverkehr und Veranstaltungen gestattet.

Bedingung für die Öffnung ist, dass jeweils ein eigenes schriftliches Hygienekonzept erstellt und umgesetzt wird. Dabei sind insbesondere zu berücksichtigen beziehungsweise einzuhalten:

  •  die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales,
  • dazu vorhandene verbindliche branchenspezifische Konkretisierungen der Unfallversicherungsträger beziehungsweise der Aufsichtsbehörde und
  • die einschlägigen Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes (RKI) zum Infektionsschutz in ihrer jeweiligen Fassung oder
  • Konzepte und Empfehlungen der jeweiligen Fachverbände sowie
  • weitere Schutzvorschriften gemäß der Allgemeinverfügung des Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt zur Anordnung von Hygieneauflagen.

Für den Bereich Gastgewerbe und Tourismus hat der DEHOGA Sachsen Checklisten, Hilfestellungen und Muster sowie einen FAQ erstellt. Die zuständige kommunale Behörde kann die Hygienekonzepte und deren Einhaltung überprüfen, genehmigen muss sie diese jedoch nicht. 

Auch Besucher und Touristen aus anderen Bundesländern dürfen nach Sachsen reisen und berherbergt werden. Für diese gelten die in Sachsen bestehenden infektionsschutzrechtlichen Regelungen einschließlich Kontaktbeschränkungen.

Personen aus einer Region im Bundesgebiet mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern innerhalb der letzten sieben Tage dürfen nur dann in einer Beherbergungsstätte untergebracht werden, wenn sie einen negativen Coronavirus-Test vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist.

Diese Regelungen gelten aktuell bis zum 31. August 2020.

Großveranstaltungen und Sportveranstaltungen mit Publikum mit einer Besucherzahl von mehr als 1 000 Personen sind bis zum 31. Oktober 2020 untersagt. Abweichend davon dürfen solche Veranstaltungen in Sachsen ab dem 1. September 2020 stattfinden, wenn eine Kontaktnachverfolgung möglich ist und die Hygieneregelungen eingehalten werden.

Unterstützungen für Betriebe aus der Tourismusbranche

5 Mio. Euro für den Tourismus in Sachsen. Zuschüsse an die acht Tourismusregionen, um Projekte zur Wiederbelebung des Tourismus umzusetzen. Start einer umfangreichen Werbekampagne für Urlaub in Sachsen. Unterstützung der sächischen UNESCO-Welterbestätten. © SMKT

Wenngleich inzwischen wieder Touristen nach Sachsen kommen, verzeichnet die Branche enorme Verluste. Der Freistaat steuert dagegen und unterstützt den Tourismus mit zusätzlich fünf Millionen Euro. So werden zum Beispiel 2,9 Millionen Euro an die sächsischen Tourismusregionen ausgereicht, um Projekte und Ideen für die Zeit nach Corona voranzubringen. Eine Millionen Euro werden investiert, um die Aufmerksamkeit für die sächsischen UNESCO-Welterbestätten zu steigern. Weitere 900.000 Euro gehen in eine Werbekampagne für Urlaub in Sachsen und zusätzlich 200.000 Euro für den sächsischen Auftritt im Rahmen der Internationalen Tourismusbörse (ITB) 2021 und 2022.

Logo des Wettbewerbs »Denkzeit Event« © Landestourismusverband Sachsen e.V.

Ziel des Wettbewerbs ist es, kreative und innovative Ideen zur Umsetzung etablierter oder neuer Veranstaltungen in Sachsen unter Corona-Bedingungen anzuregen und der Veranstaltungsbranche damit Perspektiven zu bieten. Dafür stellt der Freistaat Sachsen 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die besten Ideen, die aus der Krise heraus geboren werden, werden prämiert und erhalten ein Preisgeld zwischen 1.000 und 50.000 Euro für die Umsetzung dieser Vorhaben. Wettbewerbsbeiträge können ausschließlich über ein Online-Formular eingereicht werden. Einsendeschluss ist der 21. August 2020, 23.59 Uhr. Die Preisträger werden voraussichtlich am 17. September 2020 bekanntgegeben.

Betriebe mit starken Umsatzeinbußen infolge der Corona-Pandemie können einen bis zu 80-prozentigen Zuschuss für die Fixkosten erhalten. Die Überbrückungshilfen richten sich an kleine und mittelständische Unternehmen, Soloselbstständige, Freiberufler und dauerhaft am Markt tätige gemeinnützige Unternehmen. Die Anteil der Zuschusses hängt von der Höhe des Umsatzeinbruches im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ab und wird für Einbußen im Zeitraum von Juni bis August 2020 gewährt. Der Bund stellt den Ländern dafür insgesamt 25 Milliarden Euro zur Verfügung.

Die Überbrückungshilfen können nur über einen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer beantragt werden, die die angegebenen Umsatzeinbrüche prüfen müssen. 

Unternehmen, die durch die Coronakrise in finanzielle Schieflage geraten sind, können einen KfW-Kredit erhalten, um ihre Liquidität zu verbessern und laufende Kosten zu decken. Die Kredite unterscheiden sich nach Größe und Dauer des Bestehens der Unternehmen am Markt.

  • KfW-Schnellkredit für Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitern
  • KfW-Kredit für Unternehmen, die länger als 5 Jahre am Markt sind
  • KfW-Kredit für junge Unternehmen, die weniger als 5 Jahre am Markt sind
  • KfW-Sonderprogramm - Konsortialfinanzierungen ab 25 Mio. Euro

Die Konditionen, insbesondere die Haftungsfreistellung und die Zinsen, sind im Zuge der Coronakrise verbessert worden. Beantragt werden kann der Kredit der jeweiligen Hausbank oder Sparkasse.

    Wer kann das Darlehen beantragen?

    • Einzelunternehmer (Solo-Selbständige), Kleinstunternehmen und Freiberufler in Sachsen, mit einem Jahresumsatz bis zu 1 Mio. Euro. 
    • größere Unternehmen mit bis zu 100 Mitarbeitern (Vollzeitäquivalente) und mit einem Jahresumsatz über 1 Mio. Euro

    Wofür kann das Darlehen eingesetzt werden?

    • Liquiditätsbedarf bei Unternehmen, die aufgrund der Auswirkungen des Coronavirus mit unverschuldeten Umsatzrückgängen konfrontiert sind.
    • Bei Einzelunternehmen (Solo-Selbstständigen) und Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft kann der Unternehmerlohn gefördert werden, wenn dieser in den nächsten vier Monaten 6 500 Euro nicht übersteigt.

    Wie hoch ist das Darlehen?

    • für Antragsteller mit einem Jahresumsatz im Jahr 2019 bis zu 1 Millionen Euro bis zu 50 000 Euro
    • für Antragsteller mit einem Jahresumsatz im Jahr 2019 über 1 Millionen Euro bis zu 100 000 Euro

    Eine Kombination des Darlehens mit anderen Förderprogrammen ist möglich. Zu beachten ist dabei, dass die Summe der insgesamt in Anspruch genommenen Fördermittel den durch die Coronakrise verursachten Liquiditätsbedarf nicht übersteigen darf.

    Wann und wie muss das Darlehen zurückgezahlt werden?

    • Das Darlehen ist für die gesamte Laufzeit von zehn Jahren zinslos und muss 3 Jahre lang nicht zurückgezahlt werden. 
    • Nach Ablauf der tilgungsfreien Zeit kann eine individuelle Tilgungsvereinbarung getroffen werden (beispielsweise mit zunächst niedrigeren Raten oder Sondertilgungen). 
    • Bei Tilgung des Darlehens in Höhe von 90 Prozent der Darlehenssumme innerhalb von drei Jahren nach Darlehensgewährung wird der restliche Darlehensbetrag erlassen.
    • Wird das steuerlich festgestellte Jahresergebnis für das Jahr 2019 bis zum 31. Dezember 2023 nicht erreicht, wird auf Antrag ein Teilerlass von bis zu 20 Prozent gewährt

    Wo kann das Darlehen beantragt werden?

    Das Darlehen kann ab sofort direkt über die Sächsische Aufbaubank (SAB) beantragt werden.

    Damit die Unterstützung schnell ankommt, hat die SAB alle peronellen und IT-Ressourcen aktiviert. Wir bitten Sie um Verständnis, wenn es aufgrund des erhöhten Anruf- und Antragsaufkommens dennoch zu Verzögerungen kommt.

    Wozu dient das Kurzarbeitergeld?

    Aufgrund der Corona-Krise müssen Unternehmen zum Teil ihre Produktion einschränken oder einstellen. Mit dem Kurzarbeitergeld sollen Unternehmen die daraus entstehenden Entgeltausfälle ihrer Beschäftigten zumindest in Teilen ausgleichen können. Eine grundlegende Voraussetzung für einen Anspruch auf Kurzarbeitergeld ist, dass mindestens 10 Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als 10 Prozent haben.

    Wie hoch ist das Kurzarbeitergeld?

    • Das Kurzarbeitergeld beträgt 60 Prozent des fehlenden Nettoentgelts – für Eltern 67 Prozent.
    • Beiträge für die Sozialversicherungen werden bei Kurzarbeit vollständig erstattet.
    • Die Auszahlung von Kurzarbeitergeld kann bis zu 24 Monate betragen.

    Wer kann das Kurzarbeitergeld beantragen?

    Zunächst zeigt der Arbeitgeber bei der Agentur für Arbeit an, dass in seinem Betrieb Kurzarbeit notwendig ist. Hat die Arbeitsagentur festgestellt, dass die Voraussetzungen für Kurzarbeitergeld erfüllt sind, beantragt der Unternehmer nachträglich die Erstattung des Kurzarbeitergeldes.

    Die Insolvenzantragspflicht ist bis zum 30. September 2020 für die Unternehmen, die infolge Corona-Krise wirtschaftliche Schwierigkeiten haben oder insolvent geworden sind, ausgesetzt.

    Verbraucher und Kleinstunternehmer dürfen bis zum 30. Juni 2020 nicht von Leistungen der Daseinsvorsorge (unter anderem Pflichtversicherungen, Energielieferung, Telekommunikation) ausgeschlossen werden, zu denen vor dem 8. März 2020 ein abgeschlossener Vertrag bestand. Für die Betroffenen besteht ein Leistungsverweigerungsrecht (Zahlungsaufschub). Die Leistungsverweigerung muss allerdings auch für den Gläubiger zumutbar sein.

    Des Weiteren dürfen Vermieter das Mietverhältnis wegen Mietschulden aus dem Zeitraum vom 1. April 2020 bis 30. Juni 2020 nicht kündigen, sofern die Mietschulden auf den Auswirkungen der Corona-Pandemie beruhen. Dies gilt sowohl für Wohn- als auch Gewerberaummietverträge. Voraussetzung ist auch hier, dass der Mieter glaubhaft darlegen kann, dass die Nichtleistung auf finanziellen Schwierigkeiten aufgrund der Corona-Pandemie beruht.

    Um in der Krise die Liquidität von Unternehmen und Selbstständigen zu sichern, greifen auch steuerliche Erleichterungen. Die Stundung von Steuerzahlungen ist erleichtert und Vorauszahlungen können leichter abgesenkt werden. Auf Vollstreckungen und Säumniszuschläge wird im Zusammenhang mit den Corona-Auswirkungen verzichtet. Schriftliche Anträge nehmen die Finanzämter entegegn. Unter folgendem Link gelangen Sie zu einem Antragsformular für Steuererleichterungen.

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